Sonntag, 23. März 2008

Fremdgehen

Wie komme ich auf diesen Begriff. Eigentlich dürfte es den nicht geben, denn wer geht gerne in die Fremde, dort wo er fremd ist, denn in der Fremde ist man immer fremd, weil man ein Fremder ist, aber dann ist für den Fremden, der in der Fremde ist, alles fremd, auch die dort wohnen, sind für ihn Fremde.

Ich kehre jetzt zurück, nämlich zu dem Begriff „fremdgehen“. Was bedeutet es ei­gentlich „fremdgehen“? Wir sind alle Individuen, die selbst entscheiden, was sie tun und wie sie sich verhalten und wie sie handeln. Aber sobald sie eine Beziehung ein­gehen, ich stütze mich hier auf die Eheschließung, egal ob hetero oder homo, das soll keine Rolle spielen, denn jede Partnerschaft beruht auf eine feste Bindung von zwei Menschen.

Einer der Partner sieht einen Menschen, de ihm gefällt und macht diesen Menschen an, um mit ihm eine Beziehung von kurzer dauer einzugehen. Meisten, hier zu über 99%, geht es um einen schnellen Sex, weil er angeblich etwas Verruchtes an sich hat sowie etwa die Beziehung zu einer Prostituierten. Schon das bedeutet für den Part­ner, das sein ihm anvertrauter Partner mit einem anderen Menschen eine sexuelle Affäre hat, und er bezeichnet diese Affäre „Fremdgehen“, Also geht der Partner mit einem Fremden oder einer Fremden.

So, jetzt kommen wir wieder einmal zu unseren Vorfahren, aber auch zu unseren Ver­wandten den Neandertalern, denn die haben den Begriff „Fremdgehen“ gar nicht gekannt. Da würde so friedlich durcheinander gepoppt, daß keiner wußte, wer der Vater der Kinder war, was heute auch der Fall ist, denn die Popperei ist von kultu­rellen Vorsätzen unabhängig, es kann verboten werden, daß durch die gegend ge­poppt wird, aber es hält sich keiner an diesen Verboten, auch die halten sich nicht daran, die dieses Verbot ausgesprochen haben.

Zu den Vorfahren. Die kannten den Begriff „Fremdgehen“ überhaupt nicht, weil es auch keine Ehe, wie es im heutigen Sinne gibt, gegeben hatte. Man wird wohl Mann und Frau irgendwie miteinander verbunden haben, und das mit irgendwelchen religi­ösen Riten, aber man nahm es nicht so ernst.

Jetzt gehen wir einmal ins Tierreich, und was sehen wir da? Nichts, sondern nur Tie­re, die sich gegenseitig jagen oder die fressen, aber gehen die fremd? Nein, denn die­sen Begriff kennen die nicht, genauso wie unsere Vorfahren.

So zum Beispiel der Rammler, jetzt ist Ostern, aber Morgen natürlich, wenn er eine Häsin trifft, dann fragt er nicht, bist du in einer festen Beziehung? Nein, er spielt „Fangen“ mit ihr, er verfolgt sie, um sie später rammeln zu können, damit sie Wo­chen später Junge werfen kann, die groß werden, und dann als Braten auf dem Teller landen. Aber kennt der Rammler das Wort „Fremdgehen“? Nein, natürlich nicht, er richtet sich nach den Frühlingsgefühlen, die ihm besonders im Frühling überkom­men, so daß er wild auf die Häsinnen wird.

Bei den Tieren gibt es kein „Fremdgehen“, nur wir haben den Begriff geschaffen, und hier ist es die christliche Religion, der Oberhirte der Christen, der Papst im Va­tikan. Warum er die Ehe gestiftet hat, weiß der große Lastenträger, ich leider nicht, aber ich gehe trotzdem nicht fremd, weil ich mir sage, es gehört sich nicht, mit ande­ren Frauen den Beischlaf zu üben, das kann man besser bei seiner Frau zu Hause machen.

Aber ich sage mir immer: Steht dem Junggesellen der Ständer, wird es Frühling im Kalender.

Für mich bedeutet der Begriff „Fremdgehen“, daß ich in die Fremde gehe, um dort als Fremder in der Fremde zu sein. Aber sind wir nicht alle Fremde?

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