Donnerstag, 20. März 2008

Die Saubermänner

Meistens sind es selbsternannte Saubermänner, die wir in allen Schichten einer Ge­sellschaft finden, die bestrebt sind, die Sexualität der Menschen zu kontrollieren. Aber diese Saubermänner sind nicht so ohne. Ich kenne es aus meiner Jugendzeit, da war alles was Mit Sex zusammenhing ein Tabu, und es durfte nicht gebrochen wer­den. Besonders gegenüber den Kindern zeigte man sich sehr streng, und in Gegen­wart eines Kindes wurde nie über Sex gesprochen. Ich wuchs auf dem Lande auf, oben in Nordfriesland, wo sich Hase und Seehund „Gute Nacht“ sagen. Hier auf dem Land sah man natürlich Dinge, besonders wenn Tiere Sex miteinander hatten, die einem ganz natürlich vorkommen, und man verglich dann das Verhalten der Tie­re auch mit dem Verhalten der Menschen, weil auch die Magd mit dem Knecht oder dem Bauern im Stroh lag, um es dort zu treiben. Aber offiziell gab es so etwas nicht.

Hier wurde dann von einer Sauerei gesprochen, wenn sich Kinder einmal über das Sexualleben ihrer lieben Mitmenschen äußerten. Oder liefen beim Baden nackend herum, weil sie baden wollten, aber keine Badehose hatten. Ich habe auch sehr oft nackt gebadet, und es hat Freude gemacht.

Aber dann kam wieder die Ermahnung der Erwachsenen, besonders einiger Lehrer und des Pastor, daß man so etwas nicht macht, denn es gehört sich nicht und es sei außerdem eine Schweinerei.

Dieselben Erwachsenen zeigten sich nicht so zimperlich, wenn es darum ging, nicht mit der eigenen Frau zu poppen, sondern bei einer anderen Frau die Lust zu suchen.

Na ja, bis heute, in meinem etwas fortgeschrittenen Alter gibt es immer noch diese Saubermänner, die alles, was mit Sex in der Öffentlichkeit zu tun hat, verdammen und es unter Strafe stellen lassen wollen.

Priester vergehen sich an ihre Ministranten, Väter an ihre Töchter, aber auch Lehrer an ihre Schülerinnen. In der USA, in New Yorck, hat ein Generalstaatsanwalt einen Feldzug gegen die Prostitution unternommen, aber gleichzeitig hatte er eine Prosti­tuierte aufgesucht und mit dieser ein längeres Verhältnis unterhalten. Dieser Mann war verheiratet.

Oder wie es bei den religiösen Sekten schon in der Vergangenheit vorgekommen ist, aber auch noch heute vorkommt, daß gläubige männliche Sektenmitglieder ihre Töchter sexuell missbrauchen, und dann sich auch noch rechtfertigen, dieses Recht sei ihnen von Gott gegeben worden. Nach ja, Perverse rechtfertigen sich immer, um als Saubermänner dazustehen, denn diese Sexualtäter sind die, die andere als Sex­monster beschimpfen, weil diese mit einer Frau einvernehmlichen Sex auf der Toilet­te hatten und dabei erwischt wurden. Warum sollen Mann und Frau oder umgekehrt Frau und Mann nicht Sex haben, auch wenn es an unmöglichen Orten ist, wenn die Spass daran haben.

Saubermänner sind mir zuwider, weil sie das bekämpfen, was sie selbst heimlich ma­chen, aber manche Saubermänner können nicht mehr aus Altersgründen Sex haben, dann beschimpfen sie die, die auch im hohen Alter manchmal Spass miteinander ha­ben, das ist doch schön.

Man soll anderen Menschen auch etwas Spass gönnen, und man soll selbst dazu ste­hen, wenn man auch am Sex Spass haben kann und will, wo ist eigentlich das Pro­blem, wahrscheinlich in den Köpfen der Menschen.

Darum löst euch von dem Herkömmlichen, seit offen zueinander, aber wendet nie Gewalt an, wenn ihr Spass haben wollt, denn der Spass kennt keine Gewalt, sondern nur sehr viel Freude zwischen den Menschen und mit ihnen.

Und hier meine Osterbotschaft: Ziehet hinaus in alle Welt und verkündet den Men­schen, Spass zu haben, weil das Leben kurz sein kann.

Keine Kommentare: