Dienstag, 25. März 2008

Der Papst und das jüdische Volk

In der Osterwoche, vor Karfreitag war es, da rief der Papst das jüdische Volk auf, Jesus als den Messias anzuerkennen. Was er wohl damit meinte? Der Herr Benedikt will, daß das jüdische Volk missioniert wird, und damit soll der jüdische Glaube wegfallen, obwohl dieser älter ist als das Christentum.

Das Verhalten des Papstes hat viele Proteste ausgelöst, aber was kann jemand, der nur seinen Glauben als den richtigen ansieht, schon an Toleranz gegenüber anderen Religionen zeigen. Er hat keinen Funken an Toleranz, weil er nur sein eigenes Stre­ben nach Macht sieht, und seinen eigenen Glauben als den richtigen hält. Er will nur missionieren, ob es den anderen Religionen gefällt oder nicht, das ist ihn egal, hauptsache der eigene Glaube kommt zur Geltung.

Ich habe da meine schwierigkeiten, wenn ich Menschen sehe, die so verbohrt sind, und auch der Meinung sind, sie haben Recht, auch wenn sie Unrecht haben. Beson­ders wir Deutsche sollen uns in demut und Toleranz üben, denn die Generationen vor uns, im dritten Reich, haben dem jüdischen Volk Schreckliches angetan, sie haben sechs Millionen von ihnen vernichtet.

Wir haben auch als Christen kein Recht zu missionieren, weil jede Religion ein Recht auf Freiheit des Glaubens hat. So hat auch der jüdische Glaube das Recht, seine Re­ligion so auszuüben, wie sie es möchte. Zudem war Jesus ein Anhänger des jüdischen Glauben, bis zu seinem Tode, denn das Christentum als solches ist erst einige Jahre später als Religion entstanden. Jesus bildete eine kleine religiöse Gemeinschaft, die sich nicht vom jüdischen Glauben abspalten wollte, sondern er wollte den Glauben etwas verändern und toleranter machen. Das Christentum erlebte eine derartige Si­tuation von etwas 500 Jahren, als Luther den christlichen Glauben, hier die Kirche als solche anprangerte, so daß es zu einer Spaltung innerhalb der christlichen Kirche kam, so daß zwei christliche Konfessionen entstanden, die römisch-katholische und die evangelische, die reformistische.

Aus dem christlichen Glauben haben sich viele kleine Gemeinschaften entwickelt, die von den großen Konfessionen als Sekten bezeichnet werden. Auch Jesus seine kleine Glaubensgemeinschaft wurde von den jüdischen Gelehrten auch als Sekte bezeichnet. Wie das Christentum wirklich aus dieser kleinen Zelle von Gläubigen entstehen konnte, ist eigentlich schleierhaft, auf jeden Fall für mich, weil ich mich mit dem nicht beschäftigt habe. Aber mir geht es nicht um die Glaubensgemeinschaften und ihrer Entstehung, sondern mir geht es nur um einen Menschen, der von anderen Menschen verlangt, einen Menschen als Messias anzuerkennen, obwohl diese Men­schen ihn immer als Messias abgelehnt haben.

Wenn Jesus ein Symbol für das Christentum sein soll, so soll er es sein, aber kein Mensch hat das wirkliche Recht, Menschen anderen Glaubens aufzufordern, dieses Symbol als das ihre anzuerkennen.

Gerade die Vielfältigkeit der Glaubensgemeinschaften gibt vielen Menschen, die Angst vor dem Leben haben, die Möglichkeit, sich einer dieser Gemeinschaften anzu­schließen, um gegebenfalls Sicherheit zu finden, damit die Angst sie nicht in den Wahnsinn treibt, was auch die Sekten können.

Ist es Altersstarrsinn eines 80-jährigen, von anderen zu verlangen, ihre eigene Reli­gionsgemeinschaft aufzugeben, um der römisch-katholischen Kirche beizutreten, und wenn man es nicht macht, dann kommt man nach dem Tode in das ewige Fege­feuer. Aber ich denke nicht, daß es Altersstarrsinn ist, sondern der Papst hat es sich genau überlegt, wie er Unzufrieden zwischen den Religionsgemeinschaften stiften kann.

Ich halte nicht viel von Päpsten, mehr gesagt vom Amt des Papstes, denn Päpste sind auch nur Menschen und damit fehlbar, auch wenn sie als unfehlbar gehalten werden. Irgendwann wird sich dieser Konflikt zwischen den Glaubensgemeinschaften von al­leine lösen, wenn die Menschen nicht mehr da sind.

Das jüdische Volk hat viel gelitten in den letzten 2000 Jahren, als sie aus ihrer ange­stammten Heimat verbannt wurde. Jetzt sollte man sie in Ruhe lassen, weil sie diese nach der langen Wanderung verdient haben.

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