Donnerstag, 27. März 2008

Bringt die Philosophie etwas

Diese kleine Frage ist eine kommerzielle Frage und richtet sich nach der Wirtschaft­lichkeit der Philosophie, das bedeutet, wenn ich philosophiere, kann ich davon leben, bekomme ich für meine philosophischen Gedanken materielle Güter?

Ich wende mich vom Materialismus ab, denn für mich ist die Philosophie die Mutter aller Wissenschaften, weil jede Wissenschaft das Denken über eine Lösung eines wis­senschaftlichen Problem das Denken voraussetzt. So auch der kurze Satz: „Ich denke also bin ich!“ Für mich ist es ein wichtiger Satz, der meine Existenz beinhaltet, denn wenn ich nicht denke, dann könnte ich nicht sein, aber gibt es wirklich die Nichtexis­tenz, wenn ich nicht denke? Oder ist dieser kleine Satz nur symbolisch gedacht, wer denkt, der kann auch philosophieren, also wäre es eine neue Existenz, nämlich die Exisenz eines Philosophen.

Nun kommt mir der Gedanken, wenn ich an unserer aller Existenz denke, daß wir alle Philosophen wären, aber das würde bedeuten, wir könnten alle denken, indem wir unsere Gedanken formulieren und dann durch Raum und Zeit schweifen lassen, ohne an wissenschaftliche Formalitäten zu denken, die der eigentlichen Philosophie eine Zwangsjacke verpasst hat. Zwänge bedeuten für die Gedanken und damit für das Philosophieren eine Einschränkung auf ein bestimmtes Maß, Gedanken zu haben, obwohl die Gedanken keine Einschränkungen und Grenzen kennen, denn sie bewe­gen sich mit Geschwindigkeiten, die kein Mensch erfassen kann.

Die Gedanken sind das größte Gut des Menschen, denn wenn ich als Mensch noch frei denken kann, dann lebe ich und fühle die Freiheit meines Denkens, auch wenn mein Körper in den Zwang der Unfreiheit gerät, wenn er alt und gebrechlich wird, so sind meine Gedanken frei und unzerbrechlich, aber nur dann, wenn ich den Zwängen umgehe, die meine Gedanken einschränken wollen, besonders dann, wenn meine Ge­danken einer kommerziellen Notwendigkeit unterzogen werden soll.

Ich verlasse jetzt einmal die kommerzielle Seite, um zum eigentlichen Gedanken zu kommen. Was bringt mir die Philosophie wirklich? Sie bringt mir heute sehr viel, be­sonders jetzt in meinem Alter. Ich kann immer mehr aus meinen Lebenserfahrungen schöpfen, aber gleichzeitig erkenne ich auch, daß die Philosophie auch jung geblie­ben ist, weil auch die Philosophen der Antike über die gleichen Themen philoso­phierten, so wie wir es heute auch tun. Denn die Themen haben sich im Inhalt nicht verändert, nur die Umwelt hat sich verändert, sie hat sich technisiert. So werden die Gedankengänge andere sein als die im Altertum, aber das Ergebnis ist immer das Gleiche, es geht um die Existenz des Menschen.

Heute habe ich nicht mehr meine Existenz als solchen vor dem geistigen Auge, son­dern die Existenz nach der Existenz, man könnte hier auch vom Tod sprechen, der automatisch eintritt, wenn die wichtigsten Funktionen des Lebens eingestellt werden.

Es ist eigenartig, wenn man sich mit der Existenz nach der Existenz beschäftigt, dann verliert alles seinen Schrecken, es wird alles vertrauter, auch die Existenz nach der Existenz.

Heute kann ich eigentlich über alles reden, über das ich nachgedacht habe, ich benö­tige nicht mehr die Höflichkeit des Schweigens, sondern ich kann diese Höflichkeit ablegen, auch wenn es für andere als unhöflich gilt.

Wenn meine Gedanken in der Vergangenheit verweilen, für einen kurzen Augenblick, dann ist für mich die Vergangenheit der Hort des Denkens und der Beginn, sich mit der Philosophie zu befassen, weil es ohne die Gedanken über die Existenz des Indivi­duums nicht geht, denn auch ich bin ein Individuum, das sich in die Reihen der Ge­danken einfädelt, um die Gedanken zu erfassen, die etwas über meine Existenz als Mensch aussagen können.

Die Philosophie bringt uns wirklich etwas, das sind die Fähigkeiten Gedanken zu entwickeln, die uns der realen Existenz näher bringen.

Ich denke euch ihr Freunde der Weisheit.

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