Dienstag, 25. März 2008

Beweis der Liebe

Jetzt in der Osterwoche steckte eine gedruckter Zettel in meinem Briefkasten auf dem stand „Beweis der Liebe“. Die Zeugen Jehovas haben vermutlich den Zettel in den Kasten geworfen, denn er war auch gleich eine Einladung zu ihren in die Königssaal zu kommen. So nennen sie ihren großen Raum, in dem sie ihre Predigten vor den Mitgliedern halten.

Aber warum einen Beweis der Liebe? Dabei geht es um das Osterfest, das ein Symbol für die Kreuzigung von Jesus ist, das war vor etwas 2000 Jahren in Jerusalem. Denn die Christen gehen davon aus, daß sich Jesus habe kreuzigen lassen, aus der Libe zum Menschen, weil er mit seinem Tode die Sünden von den Gläubigen nehmen woll­te.

In dem „Neuen Testament“ wird nur über Jesus geschrieben. Es soll aber Jünger, die angeblich über das Leben von Jesus berichtet haben, noch nicht gelebt haben, als Jesus die Wüsten von Palästina durchquert hatte. Jesus war ein Gründer einer religi­ösen Sekte, die keine neue Religion wollte, sondern se wollte die jüdische Religion et­was verändern, toleranter und damit auch liberaler machen. Sie wollten die religi­ösen Dogmen auf weichen und ein wenig verändern.

Jesus hatte nicht vor, für andere zu sterben, auch wollte er überhaupt nicht sterben, weil er noch etwas vorhatte. Er war ein Mensch wie jeder andere, und als Mitglied der jüdischen Stämme waren ihm die römischen besatzer ein Dorn im Auge, aber er entsagte der Gewalt, denn er griff nicht zur Waffe, sondern wollte mit dem Wort die Besatzer aus Palästina vertreiben.

So stand er jetzt zwischen den Kämpfer um Barabas und den Römern. Aber gleichzei­tig hatte er es sich mit den Mächtigen der jüdischen Religion verscherzt, so daß auch sie im nach dem Leben trachtete. Er war ohne Waffe, weil er kein ausgebildeter Kämpfer war, und er meinte mit dem Ausspruch:“Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen!“ Eigentlich stimmt es, wenn es von der Logik be­trachtet, aber lassen wir diesen Ausspruch einmal so stehen.

Jesus wollte seine religiösen Ziele, es waren eigentlich nur die kleinen Veränderun­gen in seiner Religion, ohne Gewalt erreichen, denn er war der Meinung, so etwas würde auch ohne Gewalt und mit Worten gehen, nur müsse man die richtigen Worte finden. Gleichzeitig wollte er auch das vorleben, was er in Worten äußerte.

Er verlegte sein ganzen Handeln auf die Zuneigung zum Menschen, zu allen Men­schen, was er dann mit Liebe zum Menschen bezeichnete. Diese Liebe wird von den Christen als Beweis genommen, daß Jesus durch den Tod, seine Liebe zu den Men­schen unter Beweis gestellt hat.

Aber für mich ist es kein Beweis für die Liebe zu einem anderen Menschen. Wenn je­mand tot ist, dann ist er tot, und damit ist auch die Liebe nicht mehr da. Wenn ich meine Liebe für einen anderen Menschen unter Beweis stellen will, dann muß ich le­ben, und ich darf mich nicht verdrücken. Ich muß zu dem Menschen stehen, ich muß ihn mit meiner Liebe beschützen, aber hier ist nichts gekommen. Jesus hat sich ins Jenseits verabschiedet.

Sein Tod ist nicht von religiöser Art, sondern dieser Tod ist so etwas wie ein Symbol für eine neue Religion, aber hier insbesondere das Symbol der Kreuzes, an dem Jesus von den Römern hingerichtet wurde. Denn die Kreuzigung war eine römische Art einen Verurteilten hinzurichten. Für die Römer war Jesus ein Aufständiger, auch wenn er scheinbar ohne Waffen kämpfte, und für seine Landsleute war er so etwas wie Luther, der die Kirche auch verändern wollte. Von Jesus zu Luther gibt es an­scheinend einige Parallelen.

Ob der Tod von jesus wirklich ein Beweis der Liebe war, möchte ich nicht beurteilen, weil ich die Umstände nicht kenne, in denen er damals gelebt hatte. Aber für mich ist der Tod kein beweis der Liebe, besonders dann nicht, wenn jemand freiwillig ge­zwungen in den Tod geht, er wird hingerichtet, so wie Jesus.

Nun gut, es gibt ein „Happy end“, es kommt zur Auferstehung von Jesus. Er fährt aufwärts in den Himmel und sitzt zur Rechten Gottes.

Der Beweis der Liebe ist die Mitgliedschaft in einer religiösen Gemeinschaft, der man sein ganzes Vermögen opfert, damit die Vorsitzenden der Gemeinschaft ein gu­tes Leben haben. Die anderen Gläubigen darben und warten auf das Paradies, das danach kommt, wenn sie verstorben sind. Was für eine Verarsche von Menschen für den Menschen. Eigentlich ist es schön, wenn sich die Menschen gegenseitig verar­schen, aber es gibt Menschen, die glauben an das Gute in ihren Mitmenschen, und dann werden sie auf eine Weise verarscht, die mit dem Beweis der Liebe nichts mehr zu tun hat, sondern nur mit dem Beweis des Geldes bezw. der Kapitals.

Oh, heiliger Donnerbalken, die siehst viele Ärsche, aber du verarschst niemand, son­dern gibst jedem die Ruhe und Möglichkeit, hinten etwas runterfallen zu lassen.


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