Mittwoch, 13. Februar 2008

Vernunft

Es ist ein grosses Wort, aber es ist schwer etwas darunter zu verstehen. Ich habe in der Hinsicht etwas Schwierigkeiten, weil es zu viele Interpretationen gibt, und man muss sehr umfassend denken, um dann für sich selbst ein Ergebnis zu bekommen, das einen selbst zufriedenstellen kann.

Ich sehe in der Vernunft eine Handlungs- und Verhaltensweise, die vom Kopf gesteu­ert wird und in jeder Situation das Richtige macht. Ich darf mich nach dem richten, was mein triebgesteuertes Wesen in mir verlangt, so zum Beispiel, wenn jemand einen nahen Angehörigen von mir tötet, das ich dann, den Täter selbst töte, also aus Rache. Die Vernunft hält mich davon ab und überlässt es die Gesellschaft, das Ge­setz, die Aburteilung des Täters vorzunehmen.

Oder ich habe eine Frau gerne, und schon nach kurzer Zeit des Kennenlernens möchte ich mir ihr ins Bett, aber sie möchte nicht und wehrt sich dagegen. Ich hinge­hen setze meine Kraft ein ein und überwältige die Frau und vergewaltige sie, weil ich in dem Moment triebgesteuert bin. Wenn ich jetzt meine Vernuft einsetze, dann weise ich den Trieb in seine Schranken und respektiere den Wunsch der Frau, noch nicht mit mir zu schlafen.

Hier stehen wird zwei Gegensätze gegenüber, einerseits mein triebhaftes Handeln und Verhalten, das mir normalerweise mein Überleben sichert und andererseits die Vernunft, die mit ihren Gesetzen das haltlose Triebverhalten einschränkt oder gänz­lich stoppt.

Ich denke, je freier eine Gesellschaft ist, und auch gebildeter, um so grösser ist auch die Vernunft. Aber stimmt es wirklich?

Unsere Gesellschaft ist wohl frei und teilweise offen, aber inwieweit ist sie auch ge­bildet? Auch wenn ich die gebildeten Menschen sehe, mit welcher Unvernunft sie handeln, so zum Beispiel die Verlagerung von Produktionsstätten an Orten, wo man den Menschen weniger zahlt, damit man hohe Profite erzielen kann. Schon hier sieht es mit der Vernunft etwas beklemmend aus, wenn man nur den persönlichen Profit sieht, aber nicht das Leben anderer.

Also man sollte zuerst nachdenken, bevor man handelt, denn ein ausreichendes und umfangreiches Nachdenken beeinflusst die Vernunft, vernünftig zu handeln. Daraus erkenne ich, dass Die Vernunft etwas mit dem Denken zu tun hat, wenn dieses freie Denken durch triebgesteuertes Verhalten eingeschränkt wird, dann hat das, was als Ergebnis aus dem Denkvorgang hervorgeht, nichts mehr mit Vernunft zu tun.

Ich weiss, dass auch ich manchmal die Vernunft in meinem Handeln ausschalte, aber warum tue ich es? Vielleicht aus Bequemlichkeit, weil der Pfad der Vernunft wesent­lich schwieriger ist als der Pfad triebgesteuerten Verhaltens. Ich denke, wir Men­schen suchen uns immer den einfachsten Weg, der aber nicht immer der Weg der Vernunft ist.

Die Maxime stimmt schon: „vorher denken, dann handeln“, weil das der Weg der Vernunft ist. Ich würde mich gerne daran halten, hoffentlich kann ich es eines Tages.

ich denke also bin ich und ich bin also denke ich“


Keine Kommentare: