Sonntag, 10. Februar 2008

Selbstmord

Wenn ich dieses Wort so betrachte, dann sage ich nur, dass s ein schreckliches Wort ist und zudam eigentlich nicht aussagt. Gut, viele werden meinen, es sei doch klar, was dieses Wort besagen will, dass man sich selbst ermordet hat.

Aber ich setze dem entgegen, welche Merkmale sprechen dafür, dass es ein Mord ist?Oder gibt es wirklich diese Merkmale, um zu sagen, es sei Mord, wenn man sich selbst getötet hat?

Aber meine Lieben wie kann eine Tötung Mord sein, wenn die Merkmale eines Mor­des wie Habgier oder andere niedrige Beweggründe fehlen? Es ist für mich natürlich eine Frage, hat derjenige selbst ermordet, und wie sollte es gehen, wenn man es ihm vorwirft, hat er sich aus niedrigen Beweggründen getötet?

Nehmen wir einmal an, man wirft dem Menschen vor, er habe sich aus Habgier selbst getötet. Habgier ist ein Mordmerkmal. Aber dann wird es noch schöner, wie sollte es Habgier sein, wenn er das Vermögen, weswegen er sich selbst getötet, nicht mehr benötigt.

Wenn ein Menschen einen anderen aus Habgier tötet, dann will er an das Vermögen des Getöteten. Aber einer der Selbstmord begeht, will er mit dem Mord an sein eige­nes Vermögen? Jetzt fange ich an zu spinnen, ja wirklich ich werde ganz meschuke.

Aber woher kommt dieser Begriff und wann mag er entstanden sein. Unsere Vorfah­ren die noch in Gruppen lebten, kannten diesen begriff nicht, denn tot war tot, sonst nichts. Man gab dem Toten einige Grabbeilagen, wenn man etwas übrig hatte, und damit war das ganze erledigt. Es gab keine Untersuchung durch die Gruppenmitglie­der, warum sich Egon umgebracht hatte, oder ob meim „Brett vor dem Kopf-Spiel“ ein Brett zu hat für den Kopf von Egon war.

Nein, ich wende mich jetzt ernsthaft , wenn es geht, dem Begriff „Selbstmord“ zu, der sich noch bis heute hält, und in vielen Behörden gebraucht wird, wenn sich einer selbst getötet hat.

Im Christentum war die Selbsttötung ein Sakrileg, man kann auch sagen, es war die Entweihung des Menschen vor Gott. Die Kirche ging in ihren Lehren davon aus, dass kein Mensch sich selbst töten darf.

Trotzdem gab es immer wieder Selbstmörderinnen und-mörder, aber mehr Frauen gingen in den Freitod. Bei der Kirche und dem Glauben, war es auch kein Wunder. Aber was geschah mit den Selbstgetöteten? Ja, was geschah. Wir alle haben soch einmal davon gehört, dass Selbstmörder ausserhalb der Friedhofsmauer beerdigt wird, oder auch verscharrt, das richtete sich nach den Menschen, die den Selbsgetö­teten begruben.

Natürlich stand kein Priester am grab des Getöteten, weil für die Kirche, der Selbst­mörder sowieso in die Hölle einfahren wird, wieviel Priester werden es gewesen sein, denen Satan an der Tür die Hand gedrückt hat und noch drücken wird.

Ich bleibe noch etwas bei der Religion, weil Religionen Unterschiede im Selbstmord machen, wenn ein Selbstmordattentäter bei seinem Selbstmord einige Gegner der je­weiligen Religion tötet, dann ist er ein Märtyrer, ich denke jetzt an die ersten Chris­ten, die in den Arenen getötet wurden, und mit Freude und Stolz die Arenen betreten, obwohl sie wussten, dass man sie töten würde. Also wären es auch Selbstmörder, wenn man bewusst in den Tod geht, und ein anderer Mensch vollstreckt den Tod, oder wie bei den Spielen in Rom, die Raubkatzen labten sich am Menschenfleisch.

Den Begriff „Selbstmord“ habe ich schon immer entsagt, für mich ist es eine Selbst­tötung aus einer Situation heraus, die nur der kennt, der sich selbst getötet hat. Sich selbst zu töten, das ist schwierig, wenn man nicht in einer schweren Depression steckt, aus der man keinen Ausweg sieht. Oft ist die Entscheidung sich zu töten, sehr spontan, so dass keiner die Möglichkeit hat, erfolgreich einzuschreiten.

Bei mir war es vor gut zwanzig Jahren, als ich blitzartig schwere Schmerzen in mei­nen rechten Oberschenkel bekam. Die Ursachen wurden bis heute nicht gefunden. Aber die Schmerzen waren so schlimm, dass ich Nachts nicht schlafen konnte und durch die Wohnung wanderte. Wenn ich damals nicht meine Familie gehabt hätte, dann hätte ich mich selbst getötet.

Man soll den Gedanken zur Selbsttötung, den man hin und wieder bekommt, nicht unterschätzen, besonders im Alter kommt es häufig zur Frage: „Wozu bin ich noch nütze, der Tod wäre für mich besser“.

Na ja, jeder muss mit dem Leben selbst fertig werden, aber wenn man manchmal an­deren Menschen helfen kann, die Krise, in der sie stecken, zu überwinden, dann hat man viel erreicht.

ich denke also bin ich und ich bin also denke ich“


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