Donnerstag, 14. Februar 2008

Nationalismus

Nach dem Brand in Ludwigshafen, wo acht Bürger türkischer Nationalität ihr Leben verloren, kam auch der türkische Ministerpräsident Erdogan. Er hielt dann eine An­sprache in der Kölnarena vor 16000 türkisch-stämmigen Bürger, die er aufforderte die Sprache des Landes zu lernen, aber auch gleichzeitig ihre eigenen kulturellen Werte zu bewahren.

Viele Politiker von der CDU/CSU sowie von der FDP sprachen davon, dass Erdogan in die Ansprache die Leute zum Nationalismus aufgerufen habe. Hier hakt es bei mir aus, weil es keine Nationalismus ist, wenn man die türkisch-stämmigen Bürger in Deutschland dazu aufruft, die Sprache des Landes, in dem sie leben, vielleicht ein ganzes Leben lang, zu erlernen, um hier ihren beruflichen Lebensmittelpunkt grün­den zu können. Ich denke, wenn er seine Landsleute weiterhin bittet, die Werte der Kultur, in der sie aufgewachsen sind, zu behalten und zu pflegen.

Warum soll ich, der ich aus einem anderen Kulturkreis eingewandert bin, die Werte einer Kultur annehmen, die mit den Werten der eigenen Kultur nicht übereinstimmen. Das ich die Sprache des Landes lernen muss, um in diesem Lande Fuss zu fassen, dass ist wohl jedem klar, denn nur so werde ich nicht zu einem Aussenseiter in die­sem Lande.

Es geht nicht um die Religion, darüber muss jeder selbst entscheiden, zu welcher Re­ligion er wechseln möchte, aber die beiden grössen Parteien CDU/CSU haben Angst vor dem Islam, denn wieviele ehemalige Gläubige sind aus den Kirchen ausgetreten, weil die Kirchen mit der wirklichen Religion nichts zu tun haben.

Besonders hier in Deutschland haben ich erlebt, dass auch ehemalige Mulime nichts mit dem Islam anfangen können, weil er sich wie das Christentum in seiner Aus­übung von Religion widerspricht, aber es gibt viele Gemeinsamkeiten wie die Almo­sen an die Armen, oder in den deutsch-türkischen Firmen wird der Mensch respek­tiert, egal zu welcher Religion er gehört. Ausserdem werden die Firmenangehörigen finanziell nicht ausgenutzt, wie bei den deutschen Firmen, die von einem sogenann­ten Mangement geführt werden.

Die Politiker wollen eine starkes und freies Europa haben, aber sie scheitern an der Frage der Religionen. Jeder Europäer hat das Recht auf freie religiöse Ausübung seiner Religion, und dieses Recht darf man ihm nicht nehmen, auch keine Dr.Ratzin­ger, der sich jetzt als Papst bezeichnet.

Herr Erdogan hat Recht, wenn er seiner Landsleute aufruft, die Sprache des Landes zu lernen, in dem sie leben, denn auch die Türkei hat seinen Platz in Europa. Die deutschen Politiker sind aus religiösen Gründen dagegen, weil die Christen die Kon­kurrenz zu Islam nicht wollen.

Ich bin wohl als Christ getauft, aber man hätte es sein lassen können. Damals bin ich nicht gefragt worden, weil ich da besonders gut in die Windel machen konnte, aber mit sprechen war noch nichts drin.

Die Religionen werden sich überleben, irgendwann werden sie nur noch kleine Gruppen sein, wie es heute viele Sekten sind. In der Hauptsache, es werden die Men­schen erreicht, die mit uns zusammen leben, unsere Sprache erlernt haben und mit uns ungestört kommunizieren können. Ich will keine neuen Ghettos schaffen sowie einst im Mittelalter, wo Bürger jüdischen Glaubens eingepfercht und bei neuerlichen Prognomen abgeschlachtet wurden. Es ist schon eigenartig, das christliche Poltiker auf derartige Massnahmen stehen.

Ich denke, dass wir mit unseren türkisch-stämmigen Bürger gut auskommen werden, sowie es bisher auch war, mit wenigen Ausnahmen. Gegenseitige Übergriffe werden durch unbedachte Äusserungen von Politikern gefördert. Darum sollten die Politiker sich mit fremdenfeindlichen Äusserungen zurückhalten.

ich denke also bin ich und ich bin also denke ich“

Keine Kommentare: