Freitag, 1. Februar 2008

Liebe zur Weisheit

Im Altgriechischen heisst Philosophie „Liebe zur Weisheit“. Aber diese Liebe zur Weisheit muss man erst erlernen, oder man bringt sie mit.Ich kann mich in die Weis­heit begeben, ohne die Liebe dazu zu erlernen, denn schon als Kind habe ich über vieles, was mich umgab, immer nachgedacht, besonders über deren Sinn. Aber oft wurde mir dann gesegt, man solle nicht über alles nachdenken. Einige gingen soweit, dass sie mir sagten, alles über was man nachdenke, mache einen verrückt, und es lohne sich nicht über nutzlose Dinge nachzudenken.

Aber was soll in unserem Leben nutzlos sein? Die Weisheit bestimmt nicht. Aber wie entwickelt sich die Weisheit zu dem, was sie oft darstellt.?

Die Weisheit ist ein Produkt aus bewusstem Wahrnehmen und dem Sammeln von Er­fahren, hier von Lebenserfahrungen. In Leben eines jungen Menschen zählen andere Dinge, die wichtig sind, als im Alter des Menschen, wenn der Mensch auf sein Leben zurücksieht und alles das überdenkt, was er an Lebenserfahrungen gewonnen hat.

Ich selbst beginne den frühen Morgen mit einem Nachdenken. So sitze ich bei mir auf dem Balkon und denke über die Dinge nach, die mir einfallen, und vergleiche sie mit meinen Erfahrungswerten aus meinem vergangenen Lebensabschnitt.

So entwickelte sich langsam die Liebe zur Weisheit, die ich Stück für Stück durch Le­benserfahrungen und Nachdenken über diese Erfahrungen gewonnen habe. Nur ei­nes fehlt mir, was mich in jüngeren Jahren auszeichnete, die Gelassenheit, mit allen Erfahrungen um zu gehen, und immer daran denken, das Vieles nicht auf einmal erle­digt werden kann, aber ich hoffe, dass ich eines Tages die Gelassenheit wiederfinde.

Trotz allem habe ich schon früh, wenn anfangs noch unbewusst die Liebe zur Weis­heit entdeckt, denn das philosophische Denken ist nicht nur eine Wissenschaft, sie ist auch anderen Menschen gegeben, eigentlich allen. Die Wissenschaft deckt das ei­gentliche Denken mit Begriffen und Bewertungen zu, und wer das nicht beachtet, wird nicht als Denkender betrachtet und auch nicht so eingeschätzt.

Die Weisheit hat nichts mit Wissenschaft zu tun und kann auch nicht in die wissen­schaftliche Ecke gedrängt werden. Wie ich schon oben gesagt hatte, beruht die Weis­heit immer auf ein grosses Stück an Lebenserfahrung.

Wenn ich denke, dann bin ich in meinen Gedanken frei, und kann so den Gedanken­fluss fließen lassen, wie er es gerne möchte, oder wie ich es gerne haben will.

Wenn ich die Gedanken der Philosophen lese, dann spürt man immer eine Seelenver­wandtschaft, denn besonders Sokrates gewann durch das Denken seine Liebe zur Philosophie, sowie er es immer seinen Schüler mitteilte und es ihnen lehrte. Er schrieb seine Lehren nie auf, aber sein Schüler Platon tat es, nachdem Soktrates den Giftbecher austrank.

Ich werde keinen Giftbecher austrinken, sondern ich werde meine Liebe zur Philoso­phie verinnerlichen, um mehr zu erfahren, als nur das oberflächliche und wissen­schaftsgeprägte Denken, das man Philosophie nennt. Mir geht es auch um die Begrif­fe, um das Nachdenken über diese Begriffe, aber sie geben mir nur die Schulung, um besser eine tiefgehende Weisheit zu erlangen.

Die Liebe zur Weisheit wird den Rest meines Lebens begleiten, wie lang es sein wird, das weiss ich nicht, aber bestimmt lang genug, um zu einer tiefgehenden Weisheit zu gelangen.

Ich denke, dass ich alles was ich an Erfahrungen gewonnen habe, kenem Menschen mitteilen kann, denn ich bin kein Lehrer und ich habe keine Schüler, aber das beein­trächtigt nicht meine Liebe zur Weisheit.

ich denke also bin ich und ich bin also denke ich“

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