Mittwoch, 27. Februar 2008

Der Stämmige (Neandertaler)

In meiner Geschichte über den Stammbaum der Menschheit habe ich über die Spal­tung des gemeinsamen Vorfahren von Affen und Menschen geschrieben. Es passierte irgendwann, wann das weiss keiner, ich auch nicht, obwohl ich mir viele Gedanken mache, aber Tante Evolution schweigt dazu. Natürlich will sie das Geheimnis nicht verraten, manche Frauen sind so, aber warum nicht.

Sie hatte einen Zweibeiner geschaffen mit einem grossen Gehirnvolumen und einem muskolösen Körper, der der damaligen Umwelt richtig angepasst war. Der Neander­taler war nicht gross, aber ausserordentlich kräftig und ein geschickter Jäger. Er jagte alle Tiere, weil sie seinen Nahrungsbedarf an Proteinen deckten, denn sein ath­letischer Körper wurde hauptsächlich durch tierische Nahrung in Schuss gehalten.

Tante Evolution dachte schon, in dieser Umwelt braucht der Zweibeiner immer or­dentliche Portionen an Fleisch, aber er hatte immer die Chance, grosse Tiere zu ja­gen, so stellte er auch dem Mammut nach, obwohl manche Wissenschaftlicher das bezweifeln, aber sie sollten einmal genauer hinschauen. Ein Jäger, wie der Neander­taler, braucht eine gute Grundnahrung, und die bezog er aus der Jagd nach dem Grosswild.

Die Partnerin, natürlich auch Neandertalerin, war auch athletisch gebaut, und sie zog auch auf die Jagd. Sie scheute sich nicht, die Aufgaben eines Mannes bei der Jagd zu übernehmen. Tante Evolution sah darin, den Anfang von Gleichberechtigung beider Geschlechter.

Natürlich experimentierte Tane Evolution weiter, denn sie kannte den blauen Plane­ten und wusste, bald kommt es wieder zu klimatischen Veränderungen, dann muss ich wieder etwas schaffen, was zur Umwelt passt. Jetzt geht es noch. Die Klimazonen verschieben sich ein wenig, aber der Stämmige wandert diesen Zonen nach, nur eini­ge bleiben und passen sich dem neuen Klima an, sie müssen dabei auch auf andere Nahrungsmittel zurückgreifen, die keine tierische Produkte sind.

Durch die wärmende Sonne wird den in der Sonne verbliebenden Stämmigen durch die Tante Evolution ein Gen verpasst, das der Haut eine andere Farbe gibt, aber auch das gesamte Aussehen ändert sich, er wird etwas schlanker.

Tantchen sieht darin die Möglichkeit etwas Neues zu kreieren, also dachte sie: ich bleibe jetzt am Ball. Der einst Stämmige veränderte sein Aussehen deutlich. Die Muskelproportionen gingen zurück, und er wurde schlanker und graziler. Auch das Gesicht veränderte sich merkwürdiger Weise, die bisherigen Merkmale des Stämmi­gen verschwanden, denn der neuerschaffene Zweibeiner brauchte nicht mehr die Merkmale, die er in den kalten Klmazonen brauchte, um verschiedene Organe zu schützen, weil er im Süden eines grossen Kontinents lebte, und weil es dort warm war. Sein lieber Vorgänger oder auch sein enger Verwandter blieb weiter im Nor­den, denn dort gab es die grösseren Fleischbrocken zum Essen.

Tantchen Evolution betrachtete stolz nur neues Werk und meinte: jetzt habe ich ein­mal etwas Anderes geschaffen, und will sehen, wie sich die neue Kreation weiterent­wickelt. Sie lächelte in Gedanken, wenn das nicht klappt, dann verschwinden beide, es gibt genügend Material auf der Erde, um etwas Besseres zu erschaffen, wenn nicht, dann borge ich mir wieder einen Meteoriten aus.

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