Freitag, 15. Februar 2008

CSU gegen Islam

In den bayrischen Landen, wo die CSU allregierende Partei ist, tut sich ein Graben auf, der an einen Krieg zwischen zwei Religionen erinnert. Ein bayrischer Innenmi­nister verlangt von den Einwanderern aus der Türkei, dass sie deutsche Sprache er­lernen und die westliche Kultur annehmen. Aber diese westliche Kultur heißt auch, dass die Einwanderer den christlichen Glauben annehmen.

Aber er sollte eigentlich wissen, dass es in der Türkei unterschiedliche Kulturen gibt, die Türken in der Westtürkei leben, dort seit Jahrzehnten mit Touristen aus dem Wes­ten in Kontakt kommen, sich mehr die westlichen Werte, insbesondere demokrati­schen Gesellschaft, annähern. Ausserdem hat Atatürk bei der Staatsgründung dem neuen Staat ein Rechtssystem nach westlichen Muster gegeben.

In Ostanatolien sieht die Situation der türkischen Gesellschaft anders aus, dort herrscht noch der bäuerliche Patriarchat, dass besonders in der Famlien den eigent­lichen Lebensraum sieht. Dabei wird die herkömmliche türkische Kultur aus den Vorzeiten, als die Türken noch Nomaden waren, mit dem islamischen Glauben und dem islamischen Recht verbunden, als unzerbrechliche Einheit der Familienbande, für den normalen Westeuropäer unverständlich.

Doch die CSU sieht das bayrischen Volk in ihrem Glauben gefährdet. Manchmal denke ich, viele deutsche Politiker sehen die türkischen Eingewanderten nur noch als billige Arbeitsplätze oder immer noch als solche.

Es ist mir oft so, dass die Christen, besonders die christlichen Parteien, nicht den Menschen sehen, der ein anderes Glaubensbekenntnis, sondern dass er angeblich den falschen Glauben hat und somit ein Ungläubiger ist.

Wenn sich die Kulturen einander nähern, so erfährt man vielmehr von den anderen Kulturen und man kann seine eigene Kultur darlegen. Damit ein Einwanderer das politische seiner neuen Heimat kennenlernt, so kann er sich informieren, bei seinen Freunden aus dem Land, in das er eingewandert ist, aber auch das Rechtssystem ei­ner Landes ist erlernbar, beziehungsweise, es meistens kleine Nuancen, zwischen dem rechtssystem ders früheren Heimatlandes und dem Einwanderungsland.

Aus der gemeinsamen Intergration sollten die Religionen herausgehalten werden, denn die Religion ist eine persönliche Sache.

Der ehemalige Bundeskanzler Adenauer wollte aus der damaligen Bundesrepublik Deutschland einen katholischen Staat nach dem Muster des Vatikans machen. Wenn man in Bayern sagt, man sei evangelisch, dann wendet man sich ab und meldet es dem hiesigen Pfarrer, dass ein teufel im Dorf ist.

Oder es geht wieder um Wahlstimmen für die CSU, die die Gefahr einer Islamisie­rung Bayerns heraufbeschwören, und damit den Menschen Angst machen wollen.

Lassen wir die Kirche im Dorf, und kehren vor der eigenen Tür. Denn wir sehen ger­ne den Splitter im Auge eines anderen, aber den Balken nicht im eigenen.

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