Mittwoch, 13. Februar 2008

Barthel holt den Moscht

Vor vielen Jahren, es muss so an die 50 Jahre sein, kam ich nach Süddeutschland. Hier wurde ich mit dem gegorenden Apfelgetränk „Most“ oder auch „Moscht“ be­kannt. Ab und zu habe ich das Getränk zu mir genommen, aber meist war es zu sau­er.

Ich will aber nicht von mir reden, sondern von dem, was ich häufig hörte, besonders wenn ich geschimpft wurde. „ich zeigt dir gleich wo Barthel den Moscht holt“. Bar­thel ist ein männlicher Vorname, wird in der neueren Zeit nicht mehr sehr oft be­nutzt, aber früher soll es ihn häufiger gegeben haben, nicht nur wegen dem Moscht.

Barthel lebte in früher Jahren auf der schwäbischen Alb. Er war Grossknecht bei ei­nem Bauern und hatte besonders in der Zeit, wenn die geernteten Äpfel zu Moscht verarbeitet wurden, sehr viel zu tun. Nicht nur im Stall, sondern auch in der Moscht-Kammer war er zugange. Er machte den besten Moscht, und war berühmt in der ganzen Gegend. Auch andere Bauern brachten die Apfelernte zu Barthel.

Barthel bekam für seine Tätigkeit ein grosses Fass mit Moscht, welches er immer versteckte, so dass es niemand fand, aber er fand es immer. Er hielt seine Nase in die Luft, zog die Luft durch seinen Riechkolben und schon wusste er, wo das Fass war.

Die anderen Bauern und Knechte versuchten es auch, weil sie glaubten, der Moscht vom Barthel war besser, aber sie konnten das Fass mit dem ksotbaren Inhalt nicht finden.

Doch einmal gaben die Bauer Barthel keinen Anteil an Moscht, so dass er in diesem Jahr leer ausging, was ihn fuchste, aber er schor Rache. Im nächsten Jahr standen die grossen Bauernwägen mit den Apfel vor seiner Moscht-Kammer, aber Barthel liess sich nichts anmerken, doch wenn er mit einer Fuhre fertige war, dann meinte er nur, er müsse den Moscht noch aufbewahren, dann würde er besser werden.

Endlich war er fertig mit dem Moschten und die Fässer waren sicher untergebracht, nur nicht bei den Bauern.

Barthel liess sich von den Bauern beschimpfen, aber es störte ihn nicht. Doch er schlich jede Nacht zu seinem Lager, um dort einen kräftigen Schluck zu nehmen.

Die Bauern folgten Barthel, aber der war auf einaml verschwunden. Plötzlich kam ein Knecht ausser Atem zu den Bauern. Sie gucken den Mann an, aber liessen den erst einmal richtig durchschnaufen. Dann sagte der Knecht zu dem ihn am nächsten stehenden Bauern.“Ich zeigt dir gleich wo Barthel den Moscht holt!“

ich denke also bin ich und ich bin also denke ich“

Keine Kommentare: