Mittwoch, 16. Januar 2008

Wille zur Macht

Jeder Mensch hat einen Willen zur Macht, was ganz natürlich ist. Jeder möchte über etwas herr­schen, über die Tiere, Pflanzen oder Individuen seiner eigenen Art. Bei den Tieren gibt es oft die Hierachie, denn das stärkste männliche Tier steht als Alpha-Tier an erster Stelle eines Rudels. Die Evolution bestimmt, dass nur die stärksten Tiere ihre Gene weitergeben dürfen, so hat man es im Biologieunterricht gelernt.

Der mensch fällt irgendwie aus der Reihe der Annahme, dass nur das stärkste Tier seine Gene wei­tergeben darf. Bei den Menschen spielen andere Mechanismen eine grosse Rolle, da zählt das er­folgreiche männliche Tier, bei der Begattung eines weiblichen Tiers, eine grosse Rolle, aber das weibliche Tier sucht sich das Männchen aus. Es gibt viele Faktoren, nach denen sich das weibliche Tier seinen Begatter aussucht, nicht nur ein schönes Gesicht, sondern er muss erfolgreich im Leben sein, er muss eine Familie ernähren können.

Hier zeigt die Frau ihren Willen zur Macht, denn sie bestimmt, wer sie begatten darf. Das geifernde männliche Tier muss sich ihrem Willen beugen, sonst geht der geile Dreibeiner leer aus, und das ist schlecht für die Moral der Dreibeiner.

Aber jetzt will ich wieder etwas ernster werden, wenn es mir gelingt. Der Wille zur Macht kann sich zum Positiven einer Persönlichkeit auswirken, aber auch zum Negativen. In uns ist immer die Be­reitschaft vorhanden, Macht zu bekommen, egal, ob sie gross oder klein ist, denn es zählt nur das Gefühl Macht zu haben, weil der Wille vorhanden ist. Aber stimmt es wirklich, dass jeder Mensch dieser Regel unterwirft: Wille zur Macht, oder gibt es auch Menschen, denen es gleich ist, ob sie Macht bekommen oder nicht?

Es gibt wirklich Menschen die keinen Willen zur Macht besitzen, weil sie Macht über sich selbst ha­ben, so denken sie, warum soll ich Macht über andere Menschen haben?

Als Nietzsche diese drei Worte „Wille zur Macht“ in den Raum stellte, lebte er in einem anderen Zeitalter – Wilhelminsche Zeit – in dem der Wille zur Macht wesentlich ausgeprägter war. Ich will hier nichts unterschlagen und sagen, dass es beim heutigen Menschen keinen Willen zur Macht gibt?

Den Willen zur Macht entwickelt man in seinem sozialen Umwelt, in dem man aufwächst und erzo­gen wird. Hier entwickeln sich die Faktoren, die sich zum Willen zur Macht manifestieren, und dann einen Ausflug in eine Negation machen können, die für alle, die in diesem Machtbereich hin­eingeraten, sich negierend auf den eigenen Willen ausbreiten können. Nun genug mit dem Spass, denn eines Tages ist auch dieser Wille zur Macht vorüber, denn Gevatter Tod an die Tür klopft, und darum bittet, ihm zu folgen.

Ich selbst neigte nicht dazu, einen prägenden Willen zur Macht zu entwickeln, eher habe ich die Neigung alles anders zu sehen, als andere Menschen, denn für mich ist Harmonie von Bedeutung, aber ich habe es auch gerne, mich in Streiteren einzumischen, aber als einer, der im Hintergrund steht, und Öl in das Feuer des Streites zu kippen, möglichst viel, um zu sehen, wie sich Menschen in ihrer Wut entwickeln. Nun, es war jetzt nur Spass, so schlimm bin ich nicht, aber ihr müsst meine Tochter fragen, was ich für ein scheinheiliger Mensch bin. Viele Menschen sind der Meinung, ich wäre der ideale Papst, aber mein Wille zur Macht ist nicht so entwickelt, dass ich das Amt anneh­men könnte, und ich will es nicht.

Der Wille zur Macht ist ein Phänomen, das ausschliesslich auf den Homo sapien zutrifft, ich denke es.

ich denke also bin ich und ich bin also denke ich“

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