Mittwoch, 30. Januar 2008

Unabhängig von der Zeit

In der Vergangenheit habe ich schon oft gehört, dass meine Mitmenschen sich äusserten, sie seien unbahängig von der Zeit. Ich denke nicht, dass meine lieben Mitmenschen von der Zeit abhängig sind, sie bewegen sich auf einer trügerischen Eisfläche der Illusion, wenn sie glauben, sei seien unabhängig.

Wenn ich die Menschen beobachte, sehe ich sehr oft, dass sie regelmässig auf die Uhr schauen, und sich plötzlich schneller bewegen, weil sie zu spät sind, um igrendwo da zu sein, damit sie ihren Punkt erreicht haben, den sie in einer be­stimmten Zeit erreichen wollten.

Ich selbst schaue oft auf die Uhr, um die Zeit zu sehen, die mir noch bleibt, um mein Ziel zu erreichen. Also bin ich nicht unabhängig von der Zeit, sondern ich bin abhängig und ein Teil der Zeit.

Aber bedeutet schon unabhängig? Ist es nicht eine Illusion, wie ich es schon oben erwähnte, zu meinen, man sei unabhängig. Wenn ich jetzt in der sogenannten Wildnis lebe, ich habe weder ein Radio oder eine Uhr, wodurch ich immer die Zeit erfahren könnte, bin ich da unabhängig von der Zeit? Oder wenn ich nicht in ei­ner Zivilisation geboren worden wäre, hätte ich dann eine Unabhängigkeit von der Zeit erreicht?

Auch dann würde ich an der Tatsache lernen, dass es Tag und Nacht gibt. Dann die vier Jahreszeiten, die dann ein Jahr abschliessen. Ich würde als Mensch, der von der Geburt an, in einer Wildnis leben würde, das Jahr nicht als Jahr benennen oder den Tag und Nacht nicht als solche, sondern würde sie anders benennen, aber warum benenne ich sie dann überhaupt?

Die Benennung der Zeiten gibt dem Menschen eine Sicherheit im Leben, und es gibt ihm auch eine Art von Kontrolle über das Leben, das er lebt. Der Mensch braucht die Zeit, die für ihn richtungsweisend ist und immer zu ihm sagt, die Zeit verrinnt und dein Leben auch. Hier setzt auch der Gedanke des Menschen oder auch der Wunsch ein, unsterblich zu sein.

Die Zeit beflügelt den Menschen, nach Unsterblichkeit zu strebe, obwohl er selbst weiss, dass er nicht unsterblich ist. Aber mit seinen Taten und Werken will er der Nachwelt seine Unsterblichkeit dokumentieren, aber auch hier ist die Vergänglich­keit ein Teil der Zeit. Und hier sehe ich deutlich die Abhängigkeit zur Zeit, der auch ich unterliege.

Wenn ich alles betrachte, so stelle ich fest, dass die Zeit uns beherrscht, und keine Unabhängigkeit zulässt. Ich spüren jeden Augenblick der vergeht, dass wieder et­was Zeit verloren gegangen ist, das mein Leben um diesen Augenblick verkürzt. Ich leben in der Zeit und bin von ihr abhängig wie ein Süchtiger, und es bleibt mir nichts übrig, als mich mit der Zeit zu arrangieren, um sie als solche besser zu ver­stehen.

Eigentlich sollte ich mir keine Gedanken über die Zeit machen, ob ich unabhängig oder abhängig von der Zeit lebe, ich lebe auch, wenn ich mir wirklich keine Ge­danken darüber mache.

Die Tatsache ist die, dass ich von der Zeit abhängig bin, aber ich kann auch so tun, als wäre ich von der Zeit unabhängig, und stelle wie ein Zauberer die Situati­on einer Illusion dar.

Ich lebe dann, wenn ich von einer Unabhängigkeit von der Zeit rede, nur eine Illu­sion dar, mit der ich dann leben muss. So könnte man das ganze Leben als eine Il­lusion bezeichnen.

ich denke also bin ich und ich bin also denke ich“

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