Dienstag, 29. Januar 2008

Macht der Zeit

Gestern dachte ich über die Zeit nach. Welche Macht hat die Zeit über uns? Schauen wir uns einmal um. Überall sehen wir Uhren, Kalender und den Blick auf das Zif­fernblatt der Uhren. Frage ich einen bekannten: „Hast du gerade Zeit?“ So sagt er mir: „Ich habe jetzt Zeit, oder ich habe keine Zeit?“ Schon in diesem kleinen Satz kommt zweimal das Wort „Zeit“ zur Geltung.

Die Menschen, auch ich, obwohl ich im Ruhestand bin, haben überall Termine zu tä­tigen, da geht es immer um die Zeit. So von 14.00 bis 15.00 Uhr. Jetzt habe ich eine Stunde Zeit, um etwas zu erledigen.

Wenn ich mit der Eisenbahn oder mit dem Auto irgendwo hinfahre, dann brauche ich die Zeit, als richtungsweisende Komponente, für den Zeitpunkt der Abfahrt und der Ankunft.

Es ist schon eigenartig, sich Gedanken über die Zeit zu machen. Die Zeit, ist sie eine menschliche Errungenschaft, um zu leben oder das Leben kreativ zu gestalten? Warum mache ich mir Gedanken über die Zeit, dabei ist sie seit meiner Geburt da. Sie zeigt meine Geburt an, wann ich geboren wurde, Tag, Uhrzeit, Monat und Jahr. Meine Lebensjahre werden in einer Zeit gemessen, auch mein Tod, wenn man nach hunderten von Jahren mein Skelett finden, dann werden die Knochen nach der Zeit gemessen, wann ich gelebt habe.

Auch der Tag vergeht nicht, an dem ich mich nach der Zeit richte.Der tag beginnt mit der Zeit, an der ich aufstehe. Dann ist der Tag eingeteilt, mit lesen, spazierengehen und allerlei nützlichen oder unnützlichen Dingen, aber es ist immer die Zeit, die mir eine Sache beginnen oder beenden lässt. Es wird immer zur gleichen Zeit gefrüh­stückt, dann zur gleichen zu Mittag gegessen und wieder zu gleichen zu Abend geges­sen. Auch der Gang zur Nachruhe ist der gleiche.

Wenn ich einkaufen gehe, dann muss ich mich an die Geschäftszeiten richten. Kom­me ich zu früh, dann ist das Geschäft geschlossen und zu spät, dann ist es wieder ge­schlossen. Der Verkäufer sagt mir, dass ich mich an die Öffnungszeiten halten solle. Er zeigt mir deutlich auf, dass ich in der Zeit leben muss, aber auch lebe. Alles was um uns vorgeht, hat mit der Zeit zu tun, darum sagt man auch zur Zeit – Vergangen­heit, Gegenwart und Zukunft - . Wir alle haben eine Gegenwart, aber auch eine Ver­gangenheit, die wir überschauen können und eine Zukunft, die wir nicht einsehen können, aber hin und wieder ahnen, wie sie aussehen könnte.

So kann man sagen, überall treffe ich auf das Phänomen „Zeit“, aber was ist die Zeit, darüber bin ich mir im Unklaren, aber ich weiss, sie ist gegenwärtig und beein­flusst mein Leben.

Aber wie kann ich ohne Zeit leben? Ich nehme einmal an, ich würde alles fortwerfen, was ich mit der Zeit in Verbindung bringen kann, wie Radio, TV, Uhren und andere Utensilien der Zeit auch. Ich ziehe mich zurück in einen grossen Wald und lebe jetzt nur noch mit der Natur und in der Natur. Ich sehe die Tageszeiten. Am Tage sehe ich die Sonne, nachts den Mond und die Sterne, und ich erfahre den Wechsel von Tag und Nacht. Dann kommt der Sommer, ich habe im Frühjahr, mit der Geburt der Blü­te, die Zivilisation verlassen, dann der Herbst und danach die kalte Jahreszeit, der Winter. Jetzt teile ich, nachdem ich den Wechsel von Tag und Nacht habe einteilen können, das Jahr ein, aber in den vier Abschnitten von Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter. Jetzt habe ich den Zeitraum eines Jahres und die Unterteilung von vier Vierteln eines Jahres.

Ich habe schon gemerkt, es ist unmöglich ohne die Zeit zu leben, weil ich schon an meinem kleinen Beispiel die Zeit zur Unterteilung eines Jahres herangezogen habe. Ich bin so erzogen und ausgebildet worden, mich an die Zeiten zu halten, die mir vor­gegeben wurden. Also bin ich ein Gefangener der Zeit.

Auch ausserhalb unseres Planeten regiert scheinbar die Zeit, aber ich weiss es nicht so genau.

Doch ich bleibe auf meinem Heimatplaneten der Erde und muss neidlos anerkennen, dass kein Mensch der Macht der Zeit entfliehen, auch wenn er meint, er könnte ohne Zeit leben. Ja, leben schon, aber selbst sein Leben ist ein Teil der Zeit, er wird gebo­ren, er lebt und er stirbt, alles ist mit der Zeit als solche verbunden.

Ich lasse es sein, über die Zeit nachzudenken, denn ich selbst lebe in der Zeit.

ich denke also bin ich und ich bin also lebe ich“

Keine Kommentare: