Freitag, 18. Januar 2008

Keinen Sinn in der Geschichte (Nietzsche)

Auch diese Worte stammen aus der Feder von Nietzsche. Wenn ich auch hier nach dem Sinn oder nach „keinen Sinn“ frage, dann muss ich mich zuerst mit der Geschichte beschäftigen und fragen, was ist Geschichte überhaupt und wo beginnt sie, und was soll sie sein?

Die Geschichte ist die Vergangenheit, sie ist etwas Erlebtes, was man nicht mehr zurückholen kann. Sie ist in der Vergangenheit festgeschrieben, und sie bleibt auch dort.

Aber warum keinen Sinn in der Geschichte? Liegt es daran, an der Geschichte der Menschheit zu verzweifeln? Doch wir haben alle eine Geschichte, ein Schicksal, einen Anfang und ein Ende. Nachfolgende Generationen wollen aus der Geschichte lernen, wollen das mitnehmen, was sich be­währt hat, das sich positiv auf das Handeln und Verhalten der Menschen auswirkt.

Soll die Menschheit ihre Vergangenheit und ihre Geschichte gänzlich abschrieben, und das alles vergessen und sagen: mich interessiert die Vergangenheit und die Geschichte nicht, weil ich keinen Sinn in der Geschichte sehe.

Oder wollte Nietzsche seine eigene Vergangenheit als solche auslöschen, und das mit den Worten: es gibt keinen Sinn in der Geschichte. Andere sehen einen Sinn in der Geschichte, weil sie durch die Geschichte eine Vergangenheit haben. Sie haben einen Halt im eigenen Leben durch die Ge­schichte, auf die sie dann zurückgreifen können, wenn sie Probleme haben, die momentan nicht ge­löst werden können, weil kein Lösungsansatz zu finden ist. Sie suchen dann in der Vergangenheit nach dem Lösungsansatz und werden ihn finden.

Also hat die Geschichte für viele Menschen einen Sinn, wie auch das leben einen Sinn haben kann. Nur dann hat sie keinen Sinn, wenn sie aus irgendwelchen Gründen verfälscht wird. Das es Men­schen gibt, die gerne ihre Vergangenheit und damit ihre Geschichte verfälschen, hat in der Persön­lichkeit der betreffenden Person seinen Grund. Es kommt immer darauf an, welche Position er in einer Gesellschaft einnimmt und seine wahre Geschichte würde seine Position gefährden.

Hier geschieht es, dass der Selbsterhaltungstrieb eines Menschen zum Tragen kommt. Die Vergan­genheit des Betreffenden wird verschönt, wird verändert und somit der Öffentlichkeit preisgegeben, wie es in der Geschichte der Menschheit schon oft der Fall war.

Ich persönlich sehe einen Sinn in der Geschichte, ob sie Persönlichkeiten oder den Menschen allge­mein betrifft, das ist egal, denn Vergangenheit ist Vergangenheit, und über den Tod hinaus bleibt die Geschichte bestehen. Sie hört dann auf zu Bestehen, wenn die Menschheit verschwunden ist, und hier besonders die Geschichte der Menschheit.

Die Geschichte unseres Planeten wird dann beendet sein, wenn dieser kein Leben mehr trägt. Dar­um geniessen wir unser Leben, unsere Vergangenheit und Geschichte und auch dann, wenn alles gelogen ist. Auch die Lüge hat ihren Reiz, weil man heute nicht mehr weiss, wie die Geschichte der Menschheit eigentlich wirklich war.

Machen wir Menschen uns nichts vor, wenn wir von Wahrheit sprechen, dann haben wir schon die Unwahrheit geäussert.

ich denke also bin ich und ich bin also denke ich“

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