Donnerstag, 31. Januar 2008

Der freie Wille

Es wird so oft über den freien Willen gesprochen, aber gibt es den überhaupt? Ich kenne das eine Lied, in dem gesungen wird „die Gedanken sind frei, es wird keiner sie erraten, sie fliegen vorbei wie nächtliche Schatten......“. Das habe ich einmal ge­sungen, ich musste so 10/11 Jahre alt gewesen sein. Es fällt mir jetzt wieder ein, wenn ich daran denke, ob es wirklich einen freien Willen gibt.

Ich gehe einmal davon ab, dass die Demokratie eine Regierungs- oder Gesellschafts­form ist, die die Freiheit bevorzugt, aber ist der Wille des Individuums wirklich frei?

Ich versuche einmal, in mir selbst und meinen Gedanken danach zu forschen, ob es einen freien Willen gibt.

Wenn ich irgendwo hingehen will, so habe ich den Willen, dahin zu gehen, wohin ich beabsichtige hinzugehen. Es entstand ein freier Wille in mir. Also gehe ich los. Un­terwegs kommt in mir der Wille auf, den direkten Weg zunehmen, um an mein Ziel zu kommen, als sage ich mir, ich gehe diesen Weg, das ist der kürzeste, um an das Ziel zu kommen. Ich habe einen freien Willen geäussert. Nach einer Wegstrecke stosse ich auf ein Hindernis, das vorher nicht da war. Was jetzt? Jetzt wird mein Wille gezwun­gen, sich dem Willen des Hindernisses anzupassen, denn ich habe noch immer den Willen an den Zielort zu kommen, aber jetzt greift ein anderer Wille in meinen freien Willen ein, ich muss meinen Willen ändern, und somit einen neuen Weg nehmen, um an den Zielort zu kommen. Der ursprünglich freie Wille wurde wurde an diesem Hin­dernis sich einem anderen Willen unterzuordnen.

Jetzt gehe ich einmal in die Politik zu den Wahlen. Vor den Wahlen veranstalten die einzelnen Parteien Wahlveranstalten, um den Besuchern dieser Veranstaltungen ihr politisches Programm vorzustellen.

Wenn ich die Veranstaltungen besuche, dann mache ich es aus freien Willen, denn ich habe auch den Willen, einr derartigen Veranstaltung fernzubleiben. Also mische ich mich unter die Besucher und hörte dem zu, der das politische Programm seiner Partei vorträgt und erläutert.

Ich höre ihm zu, und mache es aus freiem Willen, denn keiner zwingt mich ihm zu zu­hören. Nach dem Vortrag, in den kommenden Tagen entscheide ich mich aus freien Stücken, ob ich das politische Programm dieser Partei akzeptiere oder nicht, aber ich habe doch noch einige Möglichkeiten, die politischen Programme anderer Par­teien anzuhören, also entscheide ich es aus freiem Willen heraus, und höre mir alles an, um dann am Wahltag zu entscheiden, welchen Kandidaten von welcher Partei ich wähle. Es ist mein freier Wille, es zu tun.

Wenn mir die politischen Programme der Parteien nicht gefallen, weil sie teilweise gegen die Verfassung, unterschwellig, verstossen, so habe ich den freien Willen, der Wahl fernzubleiben.

Im Zusammenleben mit anderen Menschen habe ich oft im freien Willen über irgen­detwas entscheiden können, aber das Zusammenleben mit anderen Individuen birgt die Gefahr, dass der eigene Wille keine Berücksichtigung findet, weil er von den an­deren Individuen nicht akzeptiert wird.

Wenn mehrere Indidviduen ihren eigenen Willen durchsetzen wollen, dann kommt in­nerhalb dieser Gruppe zu einer Kollision der einzelen Willen. Jeder Wille stellt eine Meinung desjenigen dar, der diesen Willen äussert.

Im Ansatz gibt es immer den freien Willen, aber in einer grösseren Gemeinschaft, in der es verschiedene Individuen gibt, gibt es auch verschiedene Willen. Damit eine Gemeinschaft funktioniert, muss jeder Wille überprüft werden, ob er in diese Ge­meinschaft hineinpasst, um die Funktion dieser Gemeinschaft zu garantieren, obwohl es keine Garantie dafür gibt.

Wenn ich als Individuum allein lebe, dann habe ich auch einen freien Willen, aber der stösst dann auf Grenzen, wenn die Natur diese Grenzen setzt, also kann ich den freien Willen nicht ausleben.

Also ist der Begriff „freier Wille“schizophren.

ich denke also bin ich und ich bin also denke ich“

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