Dienstag, 6. November 2007

Gotteswahn

Als ich heute Vormittag spazieren ging, habe ich mir Gedanken über diesen Begriff gemacht, der eigentlich von Menschen unterschiedlich interpretiert wird.

Die einen sagen, die, die dem Wahn verfallen sind, sind Spinner und gehören in eine Klapse, die an­deren halten sie für gefährlich, weil diese Menschen überzeugt sind, für ihre Vorstellung über Gott zu kämpfen, ja auch zu töten. Andere wiederrum halten derartige Menschen für harmlos und lassen sie gewähren.

In diesem Begriff „Gotteswahn“ ist eigentlich alles enthalten, Harmlosigkeit und Gefährlichkeit.

Aber was ist eigentlich Gotteswahn? Ich denke, Wahnvorstellungen kennen wir alle, außer denen, die wirklich darunter leiden.

Zum Beispiel eine Wahnvorstellung ist die, wenn jemand glaubt verfolgt zu werden, aber der Tatsa­che nicht entspricht.

Ich habe mir auf meinem Spaziergang überlegt, leidet man selbst nicht einmal in seinem Leben an einer Wahnvorstellung, die sich später als Luftblase herausstellt.

Aber stellt euch einmal vor, diese Vorstellung: verfolgt zu werden, verfestigt sich in den Gedanken, so kann es dann sein, dass man wirklich diesen Verfolgungswahn Tribut leistet und ersthaft krank wird.

Ich denke, mit dem Gotteswahn ist es etwas anders, d.h. man fühlt sich der Religion hingezogen, weil sie einem Sicherheit vor dem Leben vorgaukelt. Gott wird in diesem Falle zum Beschützer und unter seinem Schutz kann ich leben.

Der Gotteswahn als solcher hat seine Unrsache häufig in der Kindheit eines Menschen. Wenn er im Leben glaubt, ohne den Gott, den er in seiner Familie als Kind erfahren hatte, leben zu können, empfindet er im Älterwerden plötzlich die Angst vor dem Tod, und damit gleichzeitig eine Hinwen­dung zu Gott. Es ist nicht der Tod direkt, der Angst vermittelt, sondern was kommt danach?

Häufig habe ich schon festgestellt, dass Menschen, die suchtgefährdet waren, sehr anfällig für Gott sind, besonders wenn ihnen bei der Therapie eingebleut wird, dass es Gottes Wille sei, wenn sie wieder aus der Sucht befreit werden und ihre Freiheit anschließend behalten, wenn sie sich Gott zu­wenden.

Jetzt sehen diese Menschen nur noch Gott und alles was sie tun und auch ander Menschen in ihrem Umwelt, wird Gott untergejubelt.

Wenn sie etwas tun sollen, z.B. ein Problem lösen, dann steht es nur Gott ihn zu leiten, damit er das Problem lösen kann. Es wird zu einer Wahnvorstellung, die in allem nur die Werke Gottes sehen, und in diesen Vorstellungen leben und handeln sie.

Es kann auch soweit kommen, dass jemand, der Gott als solchen ablehnt, bedroht und vielleicht auch getötet wird.

Diesene Gotteswahn hat es seit der Existenz der Menschheit schon immer gegeben, ob er bei den Neandertalern Götter gegeben hat, ist nicht gewiß, aber die haben auch religiöse Vorstellungen ge­habt, besonders deshalb, weil sie Jäger waren, und ihre Geister und Dämonen herbeiriefen, damit die Jagd erfolgreich verläuft.

Wenn ich so nachdenke, leiden wir wirklich alle zu bestimmten Zeiten an Wahnvorstellungen, aber wichtig ist es, dass diese Wahnvorstellungen sich nicht im Kopf manifestieren.

„ich denke also bin ich“ und „ich bin also denke ich“

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