Montag, 8. Oktober 2007

Verbrechen

Oft sagt man: „Verbrechen lohnen sich nicht“, obwohl, wenn ich die derzeitige Situation in Deutschland betrachte, dann kann ich schon sagen, es lohnt sich, wenn man jemanden so tötet, das Merkmale, die auf ein Verbrechen schließen lassen, kaum erkennbar sind. Die Gerichtsmedizin wird in Deutschland häufig nur dann beauftragt, wenn Angehörige des Opfers es beantragen, natür­lich gegen Bezahlung.

Ich mache mir jetzt einmal Gedanken darüber, ob das Verbrechen genetisch angelegt ist, was einige Wissenschaftler oder auch Juristen behaupten, oder ob das Verbrechen umweltbedingt ist.

Da ich sehr viel mit Straftätern zu tun hatte, aber mich auch mit der Soziologie und der Psychologie beschäftigt habe, sehe ich den Begriff „Verbrechen“ vielleicht etwas anders.

Es ist allgemein bekannt, dass wir Menschen Tiere sind, und die Evolution hat uns etwas mitgege­ben, was wir Gehirn nehmen. Dieses Organ ist bei uns Menschen sehr stark ausgeprägt, weil es uns helfen sollte oder auch soll, auf diesem Planeten überleben zu können.

Die Evolution kennt nicht den Begriff „Verbrechen“ nicht, sondern es kennt nur das Überleben und Erhaltung der Art.

Wie andere Tiere auch, töten wir Tiere und essen deren Körper, um die notwendigen Proteine, Fette und Kohlenhydrate zu bekommen. D.h. aber auch, dass wir fähig wären, unsere eigene Art zu ver­speisen, also Kannibalismus zu betreiben. Auch bis hierhin ist keine Spur von Verbrechen, weil wir nur aus Gründen des Überlebens und der Arterhaltung so handeln.

Dieser Zustand hielt viele hunderttausend Jahre an und reicht teilweise noch bis unsere Zeit.

Aber mit dem Vergrößern der Menschengruppen von der kleinen Horde zum Stamm, mußte man Regeln entwickeln, die ein Zusammenleben von vielen Menschen ermöglichte. Also stellte man Re­geln auf, die in Gesetze verfasst wurden. So wurde der Begriff „Verbrechen“ geprägt, weil der der gegen ein Gesetz verstieß, ein Gesetzesbrecher war, denn er brach ein Recht oder Gesetz, man nennt derartige Leute auch Rechtsbrecher.

Verbrechen ist demnach ein kultureller Begriff, der mit der Entwicklung einer Kultur entstand.

Von Natur her sind wir Menschen eigentlich alle Verbrecher, denn wenn wir überleben oder unsere Art erhalten wollen, so verstossen wir gegen die Gesetze und werden somit Verbrecher oder Rechtsbrecher. Aber das heißt, dass wir alle potentielle Verbrecher sind, und wenn man so viel, ist dieses in der Genetik des Menschen auch festgelegt.

Aber prinzipiell weiß niemand, ob das Neugeborene später einmal Verbrecher oder nicht Verbre­cher wird.

Es gibt bestimmte Bedingungen, die einen Einfluss auf den Werdegang eines Menschen haben, ob er später gegen Gesetze verstösst oder nicht, aber wir werden nur mit Tatsachen konfrontiert, und versuchen dann irgendwelche Hyothesen aufzustellen, die dann anschließend hirnrissig sind.

„ich denke also bin ich“ und „ich weiß von keinen Verbrechen, die ich begangen habe“

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