Dienstag, 16. Oktober 2007

Bildung in Deutschland

Ich will mich einmal über die Bildung in Deutschland nachdenken, aber unabhängig von dieser so­genannten Pisa-Studie, weil ich gegenüber derartigen Studien sehr vorsichtig sind, wenn auch Stu­dien werden schöngefärbt wie Statistiken.

Ich kenne das Schulsystem in Deutschland seit 1947, als ich das erste Mal die heiligen Hallen einer Bildungsanstalt betrat. Es war eine Dorfschule auf dem Lande. Es gab nur zwei Klassen. Eine Klas­se war für das 1. bis einschließlich 4.Schuljahr und die andere Klasse vom 5. bis einschließlich 9.Schuljahr. Ein Realschule gab es dort, wo ich aufgewachsen bin nicht, aber ein Gymnasium, das sich in der nahen Kreisstadt befand. Später änderte sich einiges, es gab sogar ein kleine Realschule am Ort meines Wohnortes sowie eine Grundschule und eine Hauptschule, es war so etwas wie eine Gesamtschule, oder deren Vorgänger, aber das Schulsystem blieb weiterhin dreigeteilt, sowie es heute noch der Fall ist.

Viele europäische Staaten, insbesondere die skandinavischen Staaten haben schon vor Jahrzehnten ihr Schulsystem umgestellt. Alle Schüler besuchen die Schule bis einschließlich 10.Klasse, dann wer eine weiterführende Schule besuchen will, bezw.es sind auch dort die Oberstufen, der kann es machen und kann den Abschluss der Hochschulreife erlangen. In diesen zwei jahren wird er schon in der Schule auf ein Studium vorbereitet.

Das gemeinsame Lernen bis zur 10.Klasse hat den Vorteil, dass alle Schüler in den Genuss einer einheitlichen Ausbildung kommen, die trotzdem individuell ist, so dass die besonderen Fähigkeiten der Schüler hervorgehoben werden.

Man kann auch die hochbegabten Schüler besonders fördern, d.h. sie können Klassen überspringen oder es gibt die Möglichkeiten einer besonderen Förderung.

Bei uns in Deutschland macht man es nicht von der Schule aus, sondern vernachlässigt die Hochbe­gabten, so dass die mehr als sogenannte Störenfriede auffallen. Das Schulsystem in deutschland sieht nicht die Hochbegabtenförderung sondern nur die einheitliche Erziehung in der Bildung. Es bleibt den Eltern überlassen, ihre Kinder zu fördern, aber es wäre die Aufgabe der Gesellschaft und damit des Staates, das Potential an Bildung den Kindern, die unsere Zukunft sind, weiterzugeben.

Ich habe, als ich noch die Realschule besuchte, auch ein Stipendium von damals 73.--DM bekom­men, und das monatlich, aber ich musste einen Notendurchschnitt von 1.5 haben.

Wir haben das Potential unsere Kindern so zu fördern, dass sie nicht überfordert werden, nur die Lehrer müssen sich intensiver mit ihren Schülern beschäftigen, d.h..es muß die Ganztagsschulen ge­ben, wo die Kinder auch intensiv bildungsmäßig betreut werden.

Die Betreuung der Kinder sollte sich nicht nur auf den Unterrichtsstoff beziehen, ausser wenn die Schüler den Unterrichtsstoff noch einmal durchnehmen wollen, weil sie ihn noch nicht begriffen hatten, aber ich stelle mir auch die Betreuung von kleiner Gruppen vor, in denen Kinder sind, die die gleichen Interessen haben oder auch Fähigkeiten.

Ich denke, Bildung ist alles, was man erfährt oder vorüber man nachdenkt. Wir Menschen, und da­mit meine ich alle Menschen, haben die besondere Fähigkeit des Denken, auch unsere behinderten Mitmenschen sind denkende Wesen, die wir nie ausschließen dürfen, weil sie zu uns gehören.

Aber derzeit ist bei uns das Bildungswesen im Arsch, bitte verzeiht mir diesen Ausdruck, aber es ist wirklich so, Aber voran liegt es?

Es gibt bestimmt vielerlei Gründe, wie ein dogmatisches und starres Schulsystem, aber auch Lehrer, die ja beamtet sind, denen es nur um die spätere Pensionierung geht, doch nicht alle denken so, und deshalb gibt auch die Hoffnung, dass auch die Politiker eines Tages daran denken, wenn sie es kön­nen, obwohl sie denken können, hier neue Ansätze in der Bildung finden, weil Bildung für alle Menschen da ist, und nicht nur für eine Gruppe der Gesellschaft. Bildung muss für alle Menschen kostenlos sein.

„ich denke also bin ich“ und „ich denke, die Bildung stirbt zuletzt“

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