Mittwoch, 26. September 2007

Was ich liebe-züchtige ich

Diese Worte sind mir vor einigen Tagen, als ich auf dem Balkon saß, eingefallen, weil ich sie ein­mal vor einigen Jahren gehört hatte.

Besonders fällt mir bei diesen Worten auf, dass sie dann geäußert werden, wenn jemand Lust darauf hat, jemanden zu verprügeln. Das ist bei den Religionsgemeinschaften – auch Sekten genannt – der Fall. Sie äußern sich dahingehend, es stehe auch in der Bibel.

Wenn man die Sintflut dazu miteinbezieht, dann wurde die Menschheit durch Gott gezüchtigt, weil er uns, seine Kinder, doch liebt. Nur waren es Menschen, die diese Bibel geschrieben haben. Da fällt mir ein, in einem Gespräch mit zwei Damen und einem Herrn der Religionsgemeinschaft „Zeu­gen Jehovas“, kamen wir auch auf die Bibel. Ich äußerte mich dahingehend, dass die Bibel ein Werk von Menschen sei. Aber der gute Herr der Zeugen Jehovas meinte dann, diese Menschen, die die Bibel geschrieben hätten, seien doch alle inspirit gewesen, und das sei heute noch so. Ich sagte ihm dann, wenn man Spiritus intus habe, dann könne man alles Mögliche schreiben. Gut,er war dann sauer, dann war ich nicht mehr sein zukünftiger Freund.

Zurück zur Liebe und Züchtigung. Für mich persönlich ist „wenn ich liebe, den züchtige ich auch“ ist es ein Hohn, weil man kein Lebewesen mißhandeln darf, ob jetzt physisch oder psychisch, denn kein Mensch hat das Recht, anderen Lebewesen zu schädigen.

Da wir Fleischfresser sind, denn aufgrund unseres Stoffwechsels sind wir Allesfresser, müssen wir die sogenannten Nutztiere entsprechend ohne Qualen töten, wenn wir sie töten.

Was steckt dahinter, wenn andere Menschen, hier aber meistens schwächere Menschen wie Kinder und Frauen, verprügelt werden oder vornehm ausgedrückt, gezüchtigt werden? Ich denke, da steckt sehr viel dahinter.

Es kann eine Form von Sexualität sein, wenn der Schläger ein Kind oder eine Frau verprügelt, dann fühlt er sich danach so wohl wie nach einem Orgasmus.

Auch kann es ein Gefühl von Macht sein, wenn er anderen durch die Prügel zeigt, wie mächtig er ist.

Dann zeigt sich auch die Form von Sadismus, indem man andere Menschen durch gewalttätiges Handels Schmerzen zufügt.

Jede Form von Gewalt wird von denen weitergegeben, die diese Gewaltstrukturen erfahren haben, und sie geben sie an diejenigen weiter, die selbst zu schwach erscheinen, sich wehren zu können.

Liebe und Züchtigung widersprechen sich, weil man keinen Menschen, den man liebt, gleich züch­tigen kann, auch wenn es ein Kind ist. Oder nehmen wir einmal an: man hätte seine Frau im Arm und man streichelt sie und ist zärtlich. Plötzlich kommen Emotionen auf, und man hat das Gefühl, jetzt muss du deine Frau verprügeln. Ich kann es nicht. Vielleicht können es andere, aber die sollte man in die Wüste schicken, um im Sand Seerosen anzupflanzen.

Doch mir ist nie eingefallen, diejenigen, die ich liebe, zu züchtigen, was ich weiterhin nicht tun werde.

„ich denke also bin ich“ und „ich schlage niemanden, weil ich es nicht will“

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