Donnerstag, 16. August 2007

Pontius Pilatus

Pontius Pilatus war vor etwas 2000 Jahren unserer Zeitrechnung römischer Statthalter von Palästi­na. Für ihn war es eine undankbare Aufgabe, denn das jüdische Volk leistete den Römern erhebli­chen Widerstand. Kaiser August schickte deshalb Pilatus nach Jerusalem, weil er dessen Skrupelo­sigkeit gut kannte, und damit war Pilatus aus der Schusslinie seiner Gegner.

Dann gab es damals noch ein Windei in Jerusalem, es war König Herodes, eine Marionette der Rö­mer, die ihn als König gewähren ließen, weil sie dann eine zweite Zielscheibe für die Aggressionen der jüdischen Bevölkerung hatten.

Neben diesen beiden Machtmenschen gab es noch zwei Figuren, der eine leistete den bewaffneten Widerstand gegen die Römer, es war Barabas, und dann noch Jesus, der ein religiöser Eiferer war, d.h.er gehörte zu einer Sekte, die die Religion reformieren wollten, also aus der eingefahrenen Linie herausholten wollten, um mehr Menschlichkeit in die Religion hineinzubringen.

Aus religiöser Sicht war Jesus für die Führungsriege der jüdischen Religion sehr gefährlich, denn wer die Machtstrukturen aufbrechen will, dass ist ein schlimmer Mensch für die Mächtigen. Die Hohenpriester und Schriftgelehrten bemühten sich intensiv, Jesus zu Fall zu bringen, und warteten darauf, dass Jesus der Gotteslästerung überführt werden konnte.

Ihm wurde nachgesagt, er habe sich als König der Juden bezeichnet, oder er wolle ein Königreich auf Erden errichten, so etwas wie einen Gottesstaat.

Die Führungsriege ging bei dem römischen Statthalter sowie bei Herodes ein und aus, immer wie­der mit neuen Geschichten über Jesus, und immer mit der Hoffnung, dass man Jesus der Revolte überführen könnte.

Dann liefen einige Dinge in Jerusalem ab, die teilweise sehr undurchsichtig sind, weil man den be­richten, die religiös behaftet sind, nicht so glauben kann. Denn in den Erzählungen des Neuen Tes­taments gibt es hauptsächlich eine Glorifizierung von Jesus, weil man ihn als Religionsgründer ei­ner neuen Religion in ein besonderes Licht rücken mußte.Denn als Tatsachenberichte kann ich diese geschichten nicht so gelten lassen, weil man schon festgestellt hat, dass viele Erzählungen erst 70 Jahre nach dem Tode von Jesus in geschrieben wurden, und die Schreiber sollen unbekannt sein.

Also gut, gehen wir einmal davon aus, dass Jesus von Judas verraten wurde, und dann von der Tem­pelwache gefangen genommen wurde, hier ist die jüdische Wache gemeint, nicht die römische Wa­che.

Aber gleichzeitig soll auch Barabas gefangen genommen worden sein.

So, jetzt hatten die Hohenpriester und Schriftgelehrten ihren richtigen Gefangenen, aber auch Pila­tus hatte seinen, und beide Seiten konnten zu frieden sein.

Für Pilatus stand mit der Gefangennahme von Barabas fest, der wird am Kreuz hingerichtet, damals eine übliche Hinrichtungsmethode der Römer.

Die Hohenpriester und Schriftgelehrten wollten ihren Gefangenen auch ganz aus dem Verkehr zie­hen, also wollten sie den Römer die Hinrichtungsart unterjubeln, sehr schlau gedacht.

Pilatus war es eigentlich egal, ob er noch einen mehr hinrichten ließ, für ihn war es ja doch nur ein Jude.

Aber um in dieser Sache nicht allein die Verantwortung zu tragen, stellte er den Hohenpriestern und Schriftgelehrten die Frage „wer soll frei kommen, Barabas oder Jesus“, die Gefragten antworteten natürlich „Barabas“. Aber Pilatus ließ beide kreuzigen.

Wie mag sich die ganze Sache wirklich abgespielt haben? Ich war damals nicht dabei und weiß es auch nicht. Man kann nur was geschrieben wurde als wahr annehmen, ich aber nicht, weil es in den Testen bestimmt Passagen gibt, die sich widersprechen, was eigentlich normal für uns Menschen ist, denn jeder glaubt das, was er glauben will. Ich selbst glaube an nichts, obwohl ein Nichts gibt es nicht.

„ich denke also bin ich“ und „Pilatus dachte, wenn ich beide hinrichte, dann tritt Ruhe ein“

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