Montag, 9. Juli 2007

Stasi-Opfer

Neulich las ich in einer Zeitschrift, daß die Opfer der Staatssicherheit der ehemaligen DDR, Akteneinsicht in ihre persönlichen Akten haben wollen, die von der Stasi angelegt worden sind.

Ich finde es richtig, wenn der Bundestag dem Begehren der Stasi-Opfer nach kommen würde, und nicht versucht, wie nach dem 2.Weltkrieg die Unterlagen aus der Zeit des Nazi-Regimes verschwinden zu lassen.

Die Stasi-Opfer haben das Recht zu erfahren, wer die Akten angelegt hat, warum und wer sie ausspioniert hat. Wichtig ist auch die Frage, wie die Menschen in der DDR zum Ziel der Willkür der Staatssicherheit wurden.

Durch die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten ist die BRD Nachfolger der neuen Republik geworden, und damit verpflichtet sie sich, bei der Aufklärung der Willkür gegen die Bürger der ehemaligen DDR Hilfestellung zu geben.

Aber auch jetzt spürt man wieder das alte Verhalten der Politiker, möglichst wenig für die Opfer der Staatssicherheit zu tun, weil ansonsten Politiker auffliegen könnten, die während der DDR-Zeit bei der Staatssicherheit beschäftigt waren.

Nach dem 2.Weltkrieg war es das gleiche Problem, aber man setzte es so um, daß man versuchte, die Verbrechen derer zu vergessen, die nach dem Krieg wieder in Amt und Würden waren. Dazu kam noch der wirtschaftliche Erfolg in der BRD und die Nibelungentreue der Deutschen, d.h.zu ihren Führern zu halten, egal, was alles passiert war.

Die Opfer der nationalsozialisten Schreckensherrschaft wurden total vergessen, auch wenn hin und wieder ein Prozess gegen Angehörige der SS erfolgte, aber ganz selten die Angehörige der Gestapo, denn die waren meisten in der Polizei untergebracht.

Die Urteile gegen diese Männer und Frauen waren äußerst milde, denn die meisten Opfer, die als Zeugen aussagten, konnten sich nach über 20 Jahren kaum noch an die Geschehnisse erinnern, was den Tätern zugute kam.

Die Geschehnisse in der ehemaligen DDR blieben noch frisch, weil viele Westzeitungen über das Leben in der DDR berichteten. So wurde auch über die Staatssicherheit berichtet, und die Opfer hatten nach der Wiedervereinigung die Möglichkeit, über die Zeitungsberichte an die Unterlagen der Stasi zu kommen.

Wenn auch nur wage angedeutet wurde, daß es für einen bestimmten Personenkreis Akten über diesen geben würde, so konnte man besser recherieren, um einen Erfolg zu bekommen.

Die Regierung der BRD ließ nach der Wiedervereinigung zu, daß der Inhalt von Akten bestimmter Personen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, aber nur soweit, wie es im Interesse der politischen Parteien genehm war.

Die Regierung der Bundesrepublik will die Akten schließen, um das in Vergessenheit geraten zu lassen, was alles in der DDR geschah, besonders in bezug auf die Staatssicherheit, aber die Opfer der Stasi verlangen vollständige Aufklärung, was die Bundesregierung vermeiden will.

Vielleicht werden auch Persönlichkeiten vergangener Regierungen zur Sprache kommen, inwieweit sie die Unterdrückung von Menschen in der ehemaligen DDR indirekt mitverantworten zu haben.

Alles ist möglich, wenn ich an die politische Situation nach dem Kriege denke, da hatte man die Opfer vergessen.

Laßt die Organisationen nicht in Vergessenheit geraten, die als Instrumentarium der Unterdrückung benutzte, denn es kann sein, daß eines Tages diese Organisationen wieder eine Auferstehung erleben, so in der Form eines Linksradikalismus, wie es heute wieder einen Rechtsradikalismus in der Öffentlichkeit gibt.

„ich denke also bin ich“ und „ich weiß, daß ich nichts weiß“

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