Montag, 23. Juli 2007

Nebenverdienste der Abgeordneten

„Hier ist Radio Eriwan: Welche Frage hast du?“

„Dürfen Abgeordnete einen Nebenverdienst haben?“

„Im Prinzip: ja. Aber sie müssen ihre Einkünfte an das Finanzamt melden, sowie es jeder Bürger normalerweise macht, wenn er es macht.“

Mir fiel von einigen Wochen auf, dass das Bundesverfassungsgericht entschieden hatte, nachdem einige Abgeordnete gegen die Entscheidung des Bundestages geklagt hatten, dass auch Abgeordne­te ihre Nebeneinkünfte angeben müsssen, damit der Wähler erfährt, welche Nebeneinkünfte ein ge­wählter Volksvertreter hat.

Alle Volkervertreter erhalten auf dem Finanzsäckel des Staates Diäten, damit er unabhängig ist, aber bei uns in Deutschland ist es so, wahrscheinlich auch in anderen demokratischen Länder, dass die Abgeordneten irgendeiner Lobby angehören und eigentlich ür ihre Auftraggeber arbeiten, dabei sollen die Abgeordneten für alles Wähler da sein, was wohl nicht der Fall ist.

Bei den Abgeordneten hat sich nur noch Geldgier aufgetan, d.h.sie arbeiten nur noch für den, der ihnen das meiste Honorar bietet. Auch aus diesem Grunde sind viele Abgeordnete im Bundestag ab­wesend, weil sie in eigenen Geschäften unterwegs sind. In den Jahren der Kohl-Regierung wurde es den Abgeordneten überlassen, wann sie im Bundestag erscheinen, aber angeblich soll es Pflichtsit­zungen für Abgeordnete geben, was wohl ein Witz ist, weil auch bei den Pflichtsitzungen der Ple­narsaal überwiegend leer ist.

Unsere Abgeordneten sind doch sehr faul ihre Wähler zu vertreten, aber ihre Geldgeber, die vertre­ten sie gut, für die sind sie zu jeder Zeit unterwegs.

Ich stelle mir schon lange die Frage, warum bekommen die Abgeordneten noch Diäten aus dem Fi­nanztopf, wenn sie ihre Wähler nicht mehr im Bundestag oder auch sonst vertreten? Es ist ja nicht nur im Bundestag, auch die Europaabgeordneten sind sitzungsfaul. Sie erscheinen wohl zu jeder Sitzung, aber nehmen nicht oder sehr selten an Sitzungen teil, sondern tragen sich nur in die Sit­zungsliste ein, dass sie anwesend waren, aber in Wirklichkeit sind sie gleich wieder verschwunden, ohne an einer Sitzung teilzunehmen.

Heute denke ich manchmal, wäre es nicht schön gewesen, wenn ich schon in frühen Jahren ein Ab­geordneter geworden wäre, was hätte ich alles abkassieren können. Aber hätte meine Ehrlichkeit dafür ausgereicht, ich denke nicht. Wenn auch viele Menschen behaupten, ich sei ein heiliger Mensch, aber doch ein Scheinheiliger, so würde die Anrede für mich heißen:“Eure Scheinheinhei­ligkeit“.

Nun gut, ich bin kein Heiliger vielleicht ein Scheinheiliger, trotz hat es nie gereicht, ein Politiker zu werden, weil ich irgendwie Skrupel habe, meine Wähler so gnadenlos zu betrügen und hinters Licht zu führen.

Mir liegt die Stille und Gelassenheit der Philosophie und der Gedanken, die alles das überlagern, was für uns als Menschen tatsächlich so wichtig ist, Mensch zu sein und zu bleiben.

Leben und leben lassen, denn wie kurz ist eigentlich unser aller Leben.

„ich denke als bin ich“ und „ich betrüge nicht meine Wähler mit Versprechen“


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