Montag, 4. Juni 2007

Wut

Ich höre oft, eigentlich überall, „ich habe Wut auf.....“, was auch bei mir in der Vergangenheit auch nicht anders war, denn da hatte ich auch manchmal Wut auf.

Aber wie kommt es, daß man auf etwas Wut hat, und so habe ich eines Morgens, als ich auf meinem Balkon in 12 m Höhe saß, mir darüber Gedanken gemacht, welche Hintergründe es sind, wenn man auf irgendetwas oder irgendeinen Wut hat.

Wut ist eigentlich ein Begriff, den wir Menschen geprägt haben, um eine Handeln oder Verhalten beschreiben zu können, das uns im Augenblick selbst betrifft.

Die Wut selbst ist ein Produkt unseres Triebverhaltens, denn die Aggressionen bestimmen die Stärke dieser Wut, d.h. je länger man in dem Zustand dieser Aggression ist, umso stärker wird die Handlung.

Die Wut übersteigt in Augenblick des Handels, wenn die Wut aufbricht, die Angst vor den Konsequenzen, die sich aus diesem Handeln ergeben. Die Wut als solche, muß wie jede Form von Aggression abgebaut werden, damit sie sich nicht aufstaut, was letztendlich zu psychosomatischen Erkrankungen führen kann.

Wenn jemand seine Wut permament zurückhält, so ist es ein Zeichen von Angst vor dem Objekt der Wut, die man hat, aber an diesem Objekt nicht ausüben will, so sucht man sich ein Objekt, vor dem man keine Angst, seine Wut auszuspielen, dann sind es Amokläufer.

Wir Menschen sind unterschiedlich veranlagt, um bestimmte Agressionen abzubauen, ohne daß wir ein Objekt dazu brauchen. So ist es auch bei der Wut. Bei mir zum Beispiel verraucht die Wut sehr schnell, dann sieht es so aus, wie bei einem Drachen in den Comic-Heften, wenn er etwas zum Entflammen bringen will, dann kommt nur schwarzer Rauch aus dem Rachen.

Soweit ich mich erinnern kann, hatte ich noch nie eine massive Wut gehabt.

Ich kenne ein wunderbares Mittel, wenn man Wut hat, dann setzt man sich in eine Ecke und läßt die Wut an sich vorüberziehen.

Ich weiß, daß jeder Mensch einmal am Tag, eine Wut bekommt, manche sogar mehrmals. Aber die Wut ist wichtig für uns Menschen, denn für unsere Vorfahren war die Wut wichtig für einen Jagderfolg.

Die Wut setzt sicherheitsgeprägtes Denken ausser Kraft, d.h. beim Jagen wird das Verhalten, das uns vor Risiken beschützen soll, vernachlässigt. So ist es auch bei Angriffen, die einen Wutausbruch voraussetzen.

Also kann man eigentlich sagen, die Wut ist eine Form der Aggression, die ein sofortiges Abreagieren voraussetzt, damit wieder Ruhe eintritt, eine Form von Entspannung.

Wut auf etwas kann auch anerzogen werden, wenn Kinder ständig hören, die Menschen, die dort leben, sind schlecht und taugen deshalb nichts.

In der Politik gibt man seinen Wähern oder seinem Volk eine Art von Blitzableiter, in dem man eine bestimmte Bevölkerungsgruppe defamiert, ihnen das eigene Versagen zuschiebt, und die Wut der Bevölkerung auf die Regierung auf diese bestimmte Bevölkerungsgruppe schiebt, so geschehen im dritten Reich bei den Nationalsozialisten. Heute ist es auch nicht anders, da beschwert sich die NPD über die Zuwanderung von Ausländern, die angeblich den Deutschen die Arbeitsplätze wegnehmen, aber welche deutschen wollen den Job dieser Ausländer machen, bestimmt keiner der jungen Rechtsradikalen, die sowie nur Saufen und Randalieren.

Die Wut kann man dem menschen nicht nehmen, als bleiben wir wütend, wenn es wieder an der Zeit ist.

„ich denke also bin ich“ und „ich weiß, daß ich nichts weiß“

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