Mittwoch, 23. Mai 2007

"ich weiß, daß ich nichts weiß"

Wer sich einmal so geäußert hatte „ich weiß, daß ich nichts weiß“, darüber weiß ich gar nichts. Es könnte einer der Philosophen aus der griechischen Antike gewesen, vielleicht Sokrates, Protagoras, der Sophist oder einer der Wissenschaftler aus der Neuzeit, obwohl ich mich bei diesen Typen nicht sicher bin, ob die so etwas äußern würden, weil die alles wissen wollen, bezw. alles wissen.

Aber diese Worte sind erfolgreich an uns übermittelt worden, und ich habe sie auch als Leitmotiv für mein Leben genommen, aber erst nachdem ich in die Jahre gekommen bin, in denen man die aktuellen Fragen der Menschheit etwas entspannter und philosphischer sieht.

Früher habe ich immer gedacht, ja wirklich ich konnte damals schon denken, ich habe es sogar zu einem Schulabschluß gebracht, wenn auch Anfangs erst zum Ostfriesenabitur, ich weiß sehr viel und bin ein guter Denker, aber im Laufe meines Lebens erkenne ich immer wieder, daß das Wissen, das ich habe, gar nicht da ist, und ich bin immer verwundert, wenn Wissenschaftler mit den neuesten Erkenntnissen kommen, natürlich nur mit der Theorie, deren Ergebnisse ich nicht nachvollziehen kann, weil sie nicht der Logik entsprechen. Daran erkennt man, warum ich diese Worte so gut kenne „ich weiß, daß ich nichts weiß“, und das ist auch die Ironie.

Jetzt kommt die Frage, was meint Onkel Dschingis denn jetzt, ist der als kleiner Junger von einem Esel oder einem Kamel gefallen?

Oh nein, meine Lieben, ich bin wohl aus einem Zug gefallen, das ist kein Witz, aber meine weiche Birne hatte keinen Schaden genommen, obwohl ich mich vor Gericht darauf beziehen könnte, um ein milderes Urteil zu bekommen, muß es das nächste Mal versuchen.

Also gut, bevor ihr mich verprügelt und einen unansehnlichen Deppen nennt, wir wissen schon viel, das ist nicht zu verhehlen, aber wissen wir wirklich mehr, was außerhalb der Erde und im Universum vorsichgeht? Das ist die Frage aller Fragen, denn es gibt viele Vorgänge, die wir nicht richtig einordnen können, wahrscheinlich nicht, weil wir es nicht können oder auch nicht dürfen oder auch nicht wollen.

Wenn man bedenkt, der Mensch nutzt höchstens 20% seines Geirns, wenn man sich das vorstellt, muß die brachliegende Kapazität gewaltig sein, das wären 80%, welch eine Schande bei dieser Vergeudung, aber so ist die Natur, man produziert in großen Mengen und hinterher bleibt nur wenig übrig.

Jetzt muß ich lachen, wenn ich mir vorstelle, mir stehen noch 80% zur Verfügung, um Wissen zu sammeln, aber gleichzeitig könnte ich in einem großen Rahmen denken.

Oder ist in den brachliegenden 80% unseres Gehirns das universelle Denken eingebaut, das wir nicht schöpferisch abrufen können?

Was nützen mir alle Spekulationen darüber, ob ich etwas weiß oder nicht. Mein Leben ist wie das Leben anderer begrenzt, aber um wirklich sich ein großes Wissen anzueigenen, bedarf es viele Jahre und Jahrzehnte oder auch Jahrhunderte, ob unser Gehirn, das mitmacht, ist fraglich, wenn man sieht, wie Gehirne altern und irgendwann ihren Geist aufgeben.

Doch vorsichtig mit dem Geist, denn dieser ist angeblich anders zu sehen, aber davon irgendwann später, jetzt will ich mich mit dem Wissen beschäftigen.

Die Natur hat keine Stellungnahme dazu eingenommen, indem sie neben der Arterhaltung auch von der Gehirnerhaltung spricht. Die Evolution hat die Entwicklung des Gehirns vorangetrieben und damit zur Arterhaltung beigetragen. Aber ich glaube, das Gehirn bestimmt die Arterhaltung, denn wenn man bedenkt, daß der Mensch versucht, den Menschen zu klonen, aber damit wird er nichts zur Arterhaltung beitragen, sondern eher zu Artvernichtung.

Jetzt werdet ihr wahrscheinlich denken, Dschingis weiß doch etwas, aber das was ich weiß, ist nichts gegen das, was ich nicht weiß.

Ehrlich gesagt, ich mache mir Gedanken über alles, was die Natur bewegt, denn ich lebe in und mit der Natur. Gibt die Natur eines Tages alles auf, dann ist hier auf der Erde Feierabend.

Ich weiß wirklich gar nichts und wäre froh, wenn ich wirklich etwas wüßte. Vielleicht kommt das Wissen jetzt im Alter, höchstens an Erfahrung, aber das reicht wohl auch nicht, um zu sagen, ich weiß viel. Aber wenn ich sage, ich weiß, daß ich nichts weiß, dann bin ich auf dem Wege, um wirklich etwas zu wissen, denn meine Erkenntnis, nichts zu wissen besagt, daß ich den ersten Schritt gemacht habe, etwas zu wissen, nämlich das ich nichts weiß.

„ich denke also bin ich“ und „ich weiß, daß ich nicht weiß“


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