Dienstag, 8. Mai 2007

gewissen

Ich habe es heute mit der kleinschreibung und versuche, nur am satzanfang und eigennamen groß zu schreiben. Darum.

„Hast du kein gewissen“, fragte mich mal einer, als ich noch ein junger und hübscher Mann oder so etwa ähnliches war.

„Nein, onkelchen so etwas habe ich nicht, und wenn ich es gehabt hätte, dann habe ich es am eingang zur geburt abgegeben“, sagte ich zu ihm.

Jetzt mache ich mir so meine gedanken und frage mich, was es bedeutet, ein gewissen zu haben. Aber gleichzeitig, was bedeutet eigentlich der begriff „gewissen“. Ist dieser begriff so etwas wie eine drohung, wenn du kein gewissen hast, dann kommst du in die hölle, vielleicht auch in den himmel?

Ich muß wie immer in die geschichte zurückgehen, zu unseren vorfahren, natürlich auch zu den Neandertalern. Ich frage mich, haben die eigentlich ein gewissen gehabt und wie funktionierte das zusammenleben, auch mit oder ohne gewissen?

Eigentlich eine reizvolle frage, denn daran hätte man sehen können, wie dieser begriff entstand und wie er sich entwickelte?

Aber dieser begriff ist jetzt eine tatsache, und es muß auch so gehen.

Was mir in meinem bisherigen leben aufgefallen ist, daß war die tatsache, daß man mich immer beeinflussen wollte, ein gewissen zu haben. Ich fragte mich, warum soll ich ein gewissen haben, es langt wohl, wenn man ein wissen hat, d.h. wenn man etwas weiß. So war auch immer mein begehren, etwas zu wissen, aber nicht ein gewissen zu haben.

Besonders das Christentum hat diesen begriff geprägt, um seine genossen bei der stange zu halten, um sie besser kontrollieren zu können. Aus diesem grunde wurde auch die beichte eingeführt, d.h. die priesterschaft wollte unbedingt wissen, was ihre lämmchen so alles getan oder nicht getan hatten.

Man brauchte etwas, um die lämmchen einschüchtern zu können, also bekamen die lieben genossen ein gewissen, wie nett. Ich bin kein christ, wenn auch getauft, aber dafür konnte ich nichts, die andern, die mich getauft hatten, brauchten wieder einen grund, um feiern zu können.

Gewissen ist ein abstrakter begriff, den die natur nicht kennt, den nur wir menschen geprägt haben, aber für wenn gilt dieser begriff eigentlich? Das ist wieder eine frage, die wohl so oder so zu beantworten ist.

Der begriff gilt für die menschen, die einen haben so etwas wie ein gewissen, die anderen ruhen sich auf dem gewissen der anderen aus. Wie ich das meine, ich meine es wirklich so, daß den einfach strukturierten menschen ein gewissen aufgeladen wird, damit die anderen gewissenlos handeln können.

Ich sage nur, die an alles glauben, haben auch ein gewissen, die anderen, die das gewissen der anderen ausnutzen, haben keines.

Ich halte mich an diesem begriff nicht auf, und habe deshalb auch keine gewissen, sondern ich versuche, verstand zu haben und auch diesen zu entwickeln. Ob es in meinem alter noch geht, ich kann es abwarten, denn die lebensjahre sind noch nicht vorbei.

Wenn ich als Neandertaler einen mammut jage, dann brauche ich kein gewissen, weil ich ihn töten will, sondern ich brauche ein erlegtes mammut, um zu überleben. Hier wäre das sogenannte gewissen wohl fehl am platze, auch ohen glatze, reimt sich sogar. Ich habe eigentlich nicht gewußt, daß ich ein pött (poet)bin, vielleicht werde ich demnächst einer, wenn ich feststelle, daß ich keine gewissen habe.

Wenn ich heute die Menschen abschaue und ihr verhalten beobachte, dann frage ich mich wirklich, wozu gibt es den begriff gewissen eigentlich? Vergleiche ich die inhaltliche auslegung dieses begriffes, dann kann ich nur sagen, derartige begriffe sind fehlgeleitet, sie haben mit dem eigentlichen leben nichts zu tun.

Im leben muß man mit dem verstand arbeiten und soziale beziehungen aufbauen, sowie es bei unseren vorfahren war, also zurück in die Eiszeit, mit dem Steinbeil, auch ohne gewissen.

„ich denke also bin ich“ und „ich weiß, daß ich nichts weiß“

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