Mittwoch, 18. April 2007

Todessehnsucht

Darüber wird kaum gesprochen, aber umso mehr gedacht. Das Thema „Tod“ ist bei uns in der westlichen Zivilisation noch immer ein Tabu-Thema, denn durch unsere Erziehung vermeidet man, dieses Thema anzusprechen, obwohl der Tod zum Leben gehört, genauso wie die Geburt.

Jetzt komme ich zu dem eigentlichen Thema „Todessehnsucht“ , worüber ich mir einmal Gedanken gemacht habe, darüber habe auch ich mit niemanden gesprochen,weil ich nie einen Ansprechparter gefunden habe. Wäre ich deshalb zu einem Psychologen gegangen, dann hätte der gemeint, ich sei lebensmüde und wolle Selbstmord begehen, aber so ist es nicht.

Ich bin nur durch einen Zufall auf dieses Thema gekommen, weil dem Studium der Schriften von Platon. Dort sagte Sokrates nach den Todesurteil über ihn, daß er an der Schwelle zum Tode stehe, und es mache sich ein Gefühl wie Sehnsucht in ihm auf, aus diesem Leben zu gehen.

Auch bei Studien von Erzählungen aus Asien, aus dem Bereich des Altai-Gebirges, sterben die alten Menschen mit der Sehnsucht, aus diesem Leben zu scheiden.

Das Empfinden von Todessehnsucht wird auch dadurch bestimmt, wenn das leben plötzlich und dann über einen längeren Zeitraum eine Leere aufweist, die der Betroffene nicht mehr ausfüllen kann.

Dann gibt es Menschen, die durch Krankheiten keine Hoffnung mehr haben, weiterleben zu können, weil sie den Lebensmut verloren haben, oder irgendwie eine Sinnlosigkeit im Weiterleben sehen. Die Art der krankheit kann die Sehnsucht nach den Sterben hervorrufen, wenn der Betroffene weiß, daß er nie mehr geheilt werden kann und weiterhin unter erheblichen Schmerzen leiden muß.

Mit unserer Geburt sterben wir täglich ein Stückchen, denn das Leben ist begrenzt, wenn auch von Individuum zu Individuum unterschiedlich lang.

Schon unsere Vorfahren beschäftigten sich mit dem Ende ihres Lebens, auch mit dem Älterwerden. Man mußte innerhalb der Horde oder Gruppe Entscheidungen treffen, damit das Überleben der Kräftigen und Gesunden garantiert wurde, so kam es sehr häufig bei Hungersnöten zur Aussetzung von alten Hordenmitgliedern und jungen, im Babyalter.

Aber in diesen Horden entschieden sich die alten Menschen dafür, wenn es an der Zeit war, die Horde zu verlassen, um das Überleben der Horde auf die Art zu sichern.

Die alten Menschen fühlten das Ende ihres Lebens und so etwas wie Todessehnsucht kam auf, das Gefühl, das Leben zu verlassen, auf die andere Seite, die Seite des Todes, zu wechseln.

Heute ist es teilweise nicht anderes,wir sprechen dann von Selbstmordgefährdung des Betroffenen, aber inwieweit es wirklich eine Gefährdung ist, ist eine Sache der Interpretation.

Jeder Mensch hat das Recht geboren zu werden, wenn er gezeugt wurde, und jeder hat das recht zu leben, aber auch, wenn er der meinung ist, sein Leben zu beenden. Es muß nicht die Selbsttötung sein.

Da ja das Leben immer mit einem ständigen Abschiednehmen begleitet wird, ist auch die Todessehnsucht ein ständiger Begleiter des Menschen, insbesondere der der älteren Menschen.

Wenn die Todessehnsucht in einem Menschen aufkommt, so soll er über dieses Gefühl mit einem vertrauten Menschen sprechen und nach Wegen suchen, ob es schon wirklich soweit ist, denn Weg des ewigen Friedens zu gehen. Das wird dann der Fall sein, wenn durch schwere Verletzungen oder Erkrankungen, der Betroffene keine Möglichkeiten der Heilung mehr sieht, dann soll er in Würde sterben, denn auch der Tod hat seine Würde wie das Leben.

Das Amlebenerhalten ist eine Folter für den Sterbenden, denn die Natur hat schon vorgesorgt, den Toten auch würdevoll sterben zu lassen.

Im Nahen des Todes kommt im Menschen das sonderbares Gefühl auf, Gefühl auf, gleichgültig zu sein und die Sehnsucht, nur noch zu schlafen bezw. einzuschlafen und nie mehr aufzuwachen.

Besonders die Politiker und andere Gesellschaftsgruppen gehen davon aus, daß jeder Mensch unbedingt leben möchte, weil es dabei um wirtschaftliche Interessen geht.

Selbst der Tode ist bei uns in Deutschland ein Objekt des Kapitals, und solange man ihn am leben erhalten kann, wird noch kräftig verdient, also spricht man dann, von lebenserhaltenden Maßnahmen, aber nicht von der Würde des Menschen, obwohl sie in unserer Verfassung garantiert wird. Wenn es um wirtschaftliche Interessen oder um die Machterhaltung und -vermehrung geht, dann werden auch durch die Verfassung garantierte Rechte außer Kraft gesetzt.

Die Todessehnsucht wird im Menschen immer bleiben, wenn sie zu groß wird, dann muß der Betroffene selbst entscheiden, welchen Weg er gehen muß.

„ich denke also bin ich“ und „ich weiß, daß ich nichts weiß“

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