Montag, 23. April 2007

Einsamkeit

Was ist eigentlich Einsamkeit? Einsamkeit ist der Zustand, wenn ein Mensch alleine ist. Also wenn der Mensch niemanden hat, mit dem er ein Gespräch führen oder den er versorgen kann. Ist man auch den einsam, wenn man seine Gefühle nicht äußern kann, wenn man sich bewußt ist, daß die Gefühle, die man äußert, irgendwie verpuffen bezw. auf keine Resonanz stoßen?

Besonders das Alter bringt immer etwas Einsamkeit mit sich, weil viele Bekannte nicht mehr da sind, die man sonst getroffen und ein Gespräch mit ihnen geführt hatte. Aber ist es nicht so, daß sich Menschen dann in die Einsamkeit zurückziehen, wenn sie krank sind, psychisch oder physisch.

Es ist eine selbstgewählte Einsamkeit, um Ruhe zu finden oder den Qualen des Mitleids zu entgehen, meistens ist es ein oberflächliches Mitleid und kein mitfühlendes.

Einsamkeit kann für Menschen auch etwas Positives haben, wenn sie ihre Gefühle ordnen wollen, ohne dabei gestört zu werden.

Am Rande der Gemeinschaft leben einsame Menschen, die aufgrund sozialer Umstände dorthin abgedrängt wurden, die sogenannten „Penner“ oder auch Obdachlose. Sie sind oft in der ersten zeit einsam, allein und frönen dann meistens dem Alkoholgenuß. Durch den Alkohol fühlen sie sich nicht einsam, denn man sagt nicht ohne Grund, das der Alkohol ein „Seelentröster“ sei. Später schließen sich die Obdachlosen der gemeinschaft der Obdachlosen an, um eigentlich in der Gemeinschaft Schutz zu finden, aber einsam sind sie doch, weil sie ihre Gefühle nicht richtig zeigen können, sie haben Angst davor. Sie bleiben wieterhin einsam.

Die Einsamkeit zeigt auch die fehlende Kommunikation mit anderen Artgenossen auf. Der Mensch neigt dazu, miteinander zu kommunizieren. Ihm fällt es schwer, nur Selbstgespräche zu führen, obwohl die auch etwas Positives haben, die persönlichen Äußerungen werden nie widersprochen.

Ob es mir schwer fallen würde, einsam zu sein, das nicht, weil mein Beschäftigungsdrang ist sehr hoch, ich finde immer etwas, um die Lücke eines fehlenden Artgenossen auszufüllen, nicht nur allein, wenn ich mich hinsetze und schreibe, oder Morgens auf dem Balkon sitze und denke, was manchmal vorkommt. Auch das Lesen vertreibt das Gefühl der Einsamkeit oder läßt es nicht aufkommen.

Häufig halten sich Menschen, die aus irgendeinem Grunde einsam leben, ein anderes Lebewesen zu, wie Hund oder Katze. Sie sehen in diesen Tieren auch eine Art von Weggefährten, mit dem sie die Einsamkeit überbrücken oder gut durchleben können, ohne das Gefühl zu haben, einsam zu sein.

Oder gibt es nicht die Möglichkeit, wirklich alleine leben zu können, um nicht einsam zu sein? Ich denke ja, denn wenn man sich vorstellt, daß die Menschheit nicht mehr da wäre, also sie wäre plötzlich ausgestorben, und man wäre jetzt alleine auf diesem Planeten, nur die anderen Tierarten wären da.

Jetzt müßte man für sich selbst sorgen. Es gäbe keinen Supermarkt mehr, in dem man einkaufen könnte, und so wäre man auf selbstversorgen angewiesen. Bis zu seinem eigenen Tode ginge es auf jeden Fall, ob man sich bis ins hohe Alter noch selbstversorgen könnte oder nicht, der Tod würde auf jeden Fall zu einem kommen und sagen, daß es an der Zeit sei, Abschied zu nehmen.

Die Stunde des Todes wird die Einsamkeit bringen. Bei der Geburt waren einige Menschen zu gegen, bei meiner war es die Mutter, die Hebamme und die Großmutter. Alle drei fehlen heute und wenn der Tag kommt, an dem ich diese Welt verlasse, dann werde ich alleine und damit einsam sein. Den Zeitpunkt des Todes erlebt der Mensch allein, und den Weg in den Tod auch, denn keiner wird ihn begleiten können.

Wenn ich so auf mein Leben zurückschaue, so gab es immer Momente, in denen ich immer allein war. Besonders der Sport brachte durch das Training Stunden der Einsamkeit mit sich. Man war zu dieser Zeit mit seinen eigen Gedanken allein, was auch gut war. Sonst war man allein, wenn man vom Partner aus beruflichen oder gesundheitlich Gründen getrennt war.

Wenn man jung ist, empfindet man die Einsamkeit nicht so gravierend, so habe ich es immer empfunden, denn man war sich immer bewußt, das diese Momente bald vorüber sein würden.

Wenn jemand nicht einsam leben kann oder die Einsamkeit scheut, dann sollte er immer versuchen, aus dieser Situation herauszukommen. Denn einsam zu leben, das können viele nicht, weil sie Angst vor dem eigentlichen Leben habe, d.h. die Einsamkeit beraubt ihnen den Schutz der Gemeinschaft, denn nur in einer Gemeinschaft fühlen sich Menschen sicher. Dieses Gefühl ist ein Urverhalten des Menschen, was in den Anfängen der Menschheit entstanden ist, weil der Mensch die Horde benötigte, um seine Nahrung zu beschaffen, und in Sicherheit zu leben, z.B.wie der Wolf, der auch in einem Rudel lebt.

„ich denke also bin ich“ und „ich weiß, daß ich nichts weiß“

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