Donnerstag, 15. März 2007

Verantwortung

Wenn man den Begriff „Verantwortung“ liest, dann glaubt man für alles verantwortlich zu sein. Das stimmt nicht so, denn jeder Erwachsene ist für sich selbst verantwortlich. Er ist für sein Handeln verantwortlich, d.h. er muß aus seinem handeln die Konsequenzen, wie auch immer sie sein können.

Für andere Menschen kann man nicht verantwortlich sein, aber es gibt Ausnahmen, d.h.wenn man Kinder hat, so ist man für diese verantwortlich, für deren Erziehung und Versorgung. Pflegt man einen Menschen, wenn er behindert oder durch Erkrankung erheblich eingeschränkt, so ist man auch für diesen verantwortlich. Wenn man die Amtspflegschaft (früher hieß es Vermundschaft) über einen Menschen hat, so ist man für diesen verantwortlich, etwa wie bei Kindern.

Zurück zur Verantwortung für die eigenen Kinder. Kinder genießen den Schutz ihrer Eltern, aber auch den Schutz der gesamten Gemeinschaft, in der die Kinder leben. Die Eltern tragen in erster Linie die Verantwortung für das Wohlergehen ihrer Kinder. Es ist auch von der Verfassung in der Verfassung verankertes Persönlcihkeitsrecht der Eltern. Denn die Familie genießt in unserer Gesellschaft einen besonderen Schutz, aber praktisch gesehen, ist dieses Recht sehr dünn.

Um Kindern auf das Tragen von Verantwortung vorzubereiten, müssen die Eltern und selbst die Gesellschaft diese Verantwortung vorleben. Doch da gibt es die ersten Probleme, wenn man unsere gewählten Volksvertreter anschaut, dann zweifelt man an dem Vorbildcharakter der Politiker, aber auch bei vielen Eltern.

Doch trotz aller Hindernisse wird der Heranwachsene in seiner Entwicklung an die Verantwortung herangeführt, aber doch erreichen viele nicht das Ziel, Eigenverantwortung für sich zu übernehmen. Wenn es hier schon magngelt, wie will der junge volljährige Erwachsene für die Gesellschaft mitverantwortlich sein, wenn er nicht in der Lage ist, seinen eigenen Nachwuchs zu erziehen, dass er selbst Verantwortung tragen kann, wenn die Zeit da ist, wenn er selbst nie in der Lage war, Verantwortung zu tragen, weil er schlechte Vorbilder gehabt hat.

Er gibt dieses schlechte Vorbild weiter, nicht in der Hoffnung, dass sein Nachwuchs selbst den richtigen Weg findet, nein weil selbst nie gelernt hat, Verantwortung zu tragen.

Hier entsteht ein Chaos von Verhaltensmechanismen, die weder emotional noch rational zu erklären sind.

Eine Gemeinschaft muß für sich Gesetze schaffen, um miteinander leben zu können, ohne im Chaos zu leben. Jedes Mitglied dieser Gemeinschaft ist ein Teil der Gesetzgebung. Wenn sich jeder an die Richtlinien der Verantwortung hält, werden auch alle Gesetze eingehalten, ansonsten gibt Verstösse gegen diese Gesetze, die Konsequenzen nach sich ziehen.

In eineer sozialen Gemeinschaft muß jeder Verantwortung tragen, damit das Zusammenleben in dieser Gemeinschaft auch funktioniert.

Gehen wir einmal gedanklich zu unseren Vorfahren zurück, einschließlich unserer Verwandten, den Neandertalern.

Unsere Vorfahren lebten die Horden zusammen, es waren bindungslose Gemeinschaften, die aus Gründen der Sicherheit und des Überlebens zusammengeschlossen hatten. Hier, in diesen Horden, entwickelte sich das Verantwortungsbewußtsein für die kleine Gemeinschaft. Jeder trug mit seiner Verantwortung dazu bei, dass die Horde überleben konnte. Man entwickelte entsprechende Jagdtechniken, um die Nahrungsbeschaffung besser und sicherer gestalten zu können. Nur so entwickelte sich die Verantwortung des Einzelnen zum Ganzen.

Mit der Schaffung von Stämmen und Völker wurde nur wenigen die Verantwortung für den Stamm oder das Volk übertragen. Die einzelnen Mitglieder gaben die Verantwortung an einem oder an einer Gruppe ab, so dass sich aus diesem Verhalten des Einzelnen Fürsten hervorgehen konnten, die dann die Macht für sich selbst beanspruchten, persönliche Reichtümer horteten und den Stamm oder das Volk vollkommen unterdrückten, mit der Massgabe: er trage ja auch die Verantwortung für das Ganze.

In der heutigen Politik hat sich das auch nicht verändert. Die Politiker sagen wohl, als gewählte Volksvertreter tragen sie die Verantwortung für den Staat, eher die Verantwortung für die persönliche Bereicherung, und für eine Gesetzgebung, die die Freiheit des Volkes beschneiden, durch Verletzung von Persönlichkeitsrechten.

Wenn es darum geht, Kriege zu führen, dann wird nicht das Volk befragt, sondern der, der an der Spitze eines Staatswesens steht, befiehlt den Krieg. Wenn er siegt, dann erntet er die Früchte, wenn er verliert, dann erntet das Volk die Früchte der Niederlage.

Der Mensch übernimmt nur ungerne Verantwortung. Am liebsten deligiert er die Verantwortung auf andere, die dann diese Verantwortung gerne tragen, solange sie nicht in Verantwortung genommen werden.

Der Glaube zeigt ganz deutlich, dass die Verantwortung immer auf ein Wesen geschoben wird, das man anbetet, auch wenn man selbst die Verantwortung übernehmen muss, wenn man selbst bezw. die Schuld dafür, versagt hat, aber man wendet sich dann an das fiktive Wesen, gibt ihm die Verantwortung für das persönliche Versagen.

In unserer Demokratie übernimmt der Staat die Verantwortung, auch wenn er versagt, gibt er dem Bürger die Verantwortung für das Versagen der gewählten Volksvertreter, und man hat nicht einmal die Chance, gegen das Versagen der Volksvertreter gezielt vorzugehen, weil sie sich per Gesetz geschützt haben.

Eigentlich sind wir wirklich unfähig Verantwortung zu übernehmen, weil wir zu bequem sind, denn Verantwortung zieht sehr viel Arbeit und Unbequemlichkeit nach sich.

Um tatsächlich verantwortungsbewußt in einer Gemeinschaft zu leben, muß man viel Wissen, Zeit und Geduld aufbringen, und daran scheitern die meisten Menschen, vielleicht auch ich.

„ich denke also bin ich“ und „ich weiß, dass ich nichts weiß“

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