Montag, 12. März 2007

Leidenschaft

Leidenschaft ist eine Leidenschaft, die Leiden schafft. Eine eigenartige Zeile, wenn man sie nur oberflächlich betrachtet, aber wenn man genau hinsieht, hat diese Zeile einen wesentlich tieferen Inhalt.

Geht man einer Leidenschaft nach, so hat man nur den Gegenstand im Auge, den man haben oder beherrschen will. Z.B. bei Sport ist die Leidenschaft zum Sport mit Leiden verbunden, wenn auch mit einem noch angenehmen Leiden, der sich auf die physischen und psychischen Komponeneten des Betreffenden auswirken.

Eine weitere Leidenschaft ist die Beziehung zweier Menschen, die glauben für einander bestimmt zu sein, sie sprechen dann von Liebe oder haben Schmetterlinge im Bauch. Es ist unwahrscheinlich, Schmetterlinge im Bauch zu haben, denn dann müßte man vorher welche gegessen haben, aber die würden nach dem Essen, wenn sie im Magen sind, nicht mehr leben. Ich weiß schon, was damit gemeint ist, aber man sollte mir auch etwas Freude gönnen, aber etwas herzuziehen.

Wenn man einen Partner für eine Beziehung bekommen hat, dann steigert sich die Leidenschaft zu diesem Partner so stark, daß sich die Emotionen in ein Besitzergreifen verwandeln, d.h.der Partner will seinen Partner ganz besitzen ohne wenn und aber.

Die Emotionen bilden einen hohen Part an Leidenschaft, so daß sich ein umworbener Partner durch die Leidenschaft des anderen eingeengt fühlt und versucht, aus dieser Beziehung auszubrechen.

Was beinhaltet die Leidenschaft noch? Sie ist zuerst die Neugier auf den neuen Partner, schlägt dann um, in ein Besitzergreifen, d.h.man will den Partner besitzen, ihn nicht mit anderen teilen. Zudem soll der Partner unbedingt treu sein, die Treue wird auch kontrolliert, auch wenn man selbst nichts von Treue hält, weil man selbst fremdgeht.

Man spricht dann, von absoluter Treue, die es nicht gibt, weil es den Begriff „absolut“ nur als abstrakt bezeichnen kann und hat für die Praxis keine Bedeutung.

Zurück zur Leidenschaft. Eine beziehung, die außer Kontrolle gerät, kann dann leicht zu einem Leiden werden, weil man sich mit der Beziehung identifiert hat, und die Beziehung besteht nicht mehr, oder besteht nur noch für die Umwelt.

Die Leidenschaft schlägt um in Hass gegen den Menschen, den man angeblich geliebt hat, aber der Hass zeigt doch deutlich, dass zwischen beiden Menschen keine Liebe bestand, sondern nur eine Leidenschaft, ein Besitzergreifen. Wie ich schon darauf hindeutete, ist die Liebe ein wachsendes Element, das erst nach Jahren zu dem wird, was man langläufig Liebe nennt.

Die Leidenschaft als solche vermittelt einem nur das Gefühl, man hat jemanden, den man besitzt, aber es ist nur eine Illusion, denn man kann keinen Menschen besitzen, ich beziehe mich nur den Menschen als solchen.

In der Zeitspanne der Leidenschaft versucht man durch Geschenke, einen Partner zu gewinnen und glaubt, diesen Partner als Besitz zu deklarieren, aber es ist nur ein scheinbarer Besitz, wenn der beschenkte Partner einen anderen Menschen trifft, der wertvoller Geschenke gibt, dann wechselt er die Seiten. Der Beschenker wird sagen:“Du bist mein“, aber der Beschenkte wird sagen,“ich bin noch lange nicht dein“.

Das Feuer der Leidenschaft ist kurz bezw. dauert nur so lange, bis die Neugierde auf den neuen Partner gestillt ist, dann geht innerlich jeder seine eigenen Wege. In dieser Situation kann sich auch der Hass entwickeln und auch andere Strukturen, die ins Krankhafte übergehen.

Frauen haben die Fähigkeit, schneller aus der Phase der Leidenschaft in die Phase der Liebe überzugehen, und bei ihnen dauert es länger, bis die Leidenschaft erlischt. Bei Frauen ist der Übergang von der Leidenschaft zur Liebe flissender als bei Männern.

Es gibt keine immerwährende Leidenschaft oder auch Liebe, aber die Liebe dauert wesentlich länger als die Leidenschaft. Das Feuer der Leidenschaft lodert heller, aber verglüht schnell, aber das Feuer der Liebe glüht länger und wärmt die Liebenden.

Die Liebe ist nie besitzergreifend, aber sie geben sich gegenseitig das, was die Liebe stark macht.

Die Leidenschaft ist immer nur ein kurzer Moment im Leben eines Menschen.

„ich denke also bin ich“ und „ich weiß, das ich nichts weiß“

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