Dienstag, 27. März 2007

Alte Richtstätte

Zwischen den Ortschaften Süderlügum und Lexgard gab es eine Richtstätte, die vor Jahrtausenden als Thing von den germanischen Völkern Jüten Angeln Friesen usw.) benutzt wurde.

Früher verlief hier ein Stück des Ochsenweges, der von Jütland (Dänemark) an Tondern vorbei über Lügum (heute Süderlügum) nach Lexgard und weiter bis nach Hamburg führte.

Dieses Richtstätte lag inmitten von Eichen, die im Kreis um einen freien Platz standen, in dessen Mitte ein großer Stein (Findling aus der letzten Eiszeit) stand. Dieser Stein hatte die Form eines Tisches, welche Funktion er hatte, das erfuhren wir erst später.

Dieser sogenannte Thing wurde während der Christianisierung des Norden umfunktioniert zu einer Richtstätte. Dort wurden die uneinsichtigen „Heiden“ hingerichtet.

Aber diese Vorgänge kannten wir damals noch nicht, denn der Ort war für uns Kinder ein beliebter Spielplatz, weil die alte Richtstätte nahe der alten Haidburg lag, mitten im Wald.

Die Haidburg war dals und ist auch heute noch eine Jugendherberge. Was dort früher stand, darüber gibt es nur einige wenige Hinweise, über die die alten Bewohner der nahen Ortschaften Bescheid wußten. So soll es früher eine Feste der Wikinger gewesen sein.

Es muß so im Monat Mai 1953 gewesen sein, als wir wieder in den Wald zogen, um ihn zu erkunden, aber auch nach Waffen aus dem 2.Weltkrieg abzusuchen. Bei der Suche kamen wir auch zur alten Richtstätte und suchten auch hier, denn er konnte ja auch sein, daß auch hier Waffen oder Munition lag.

Wir untersuchten den Steintisch, als Dieter plötzlich sagte: „Sehr einmal her, hier am Stein ist ein dunkler Fleck, und am Fuße des Steine wächst kein Gras mehr.“

Wir anderen gingen sofort zu ihm und sahen uns die Sache an. Es war tatsächlich so, wie er es uns sagte. Trotzdem suchten wir weiter, vielleicht fanden wir auch etwas anderes.

Wir fanden nichts und gingen an den Rand des Platzes, der von der Sonne beschienen wurde. Da war es schön warm, und wir legten uns in die Sonne, dabei dösten wir ein.

Ich weiß nicht, ob ich geschlafen hatte und geträumt, oder war es ein Tagtraum.

Plötzlich veränderte sich die Umwelt, und mir war, als wenn ich um Jahrhunderte zurückversetzt worden bin.

Das Dorf war etwas kleiner geworden. Auf dem Ochsenweg ging eine Gruppe von Menschen. Jetzt sah ich deutlich, wie zwei Männer , die Kapuzen über den Kopf trugen, einen jungen Mann zwischen sich hatten, der auch noch gefesselt war. Hinter diesen Männer ging wieder ein kräftiger untersetzter Mann, der ein großes Beil auf seiner linken Schulter trug. Auch dieser Mann trug eine schwarze Kapuze. Dahinter ging ein Priester und einige andere Menschen. Der priester schien etwas zu murmeln, was ich nicht verstehen konnte.

Die Menschengruppe erreichte den Richtplatz. Der junge Mann wurde auf den Steintisch gelegt, so daß sein Kopf frei über der Tischkante hing, aber mit dem Gesicht nach unten. Die beiden Henkrsknechte hielten den Jüngling fest. Der henker hob das Beil, dann schlug er nach unten und der Kopf fiel auf die Erde.

Plötzlich öffnete ich meine Augen und konnte nur feststellen, ich hatte alles nur geträumt.Meine Freunde erzählten mir später, sie hätten dasselbe auch geträumt.

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