Freitag, 23. Februar 2007

Fremdenfeindlichkeit

Was bedeutet eigentlich „Fremdenfeindlichkeit“? Erst einmal bedeutet „Fremde“, dass jemand in einem Land leben kann, das nicht seine Heimat ist. Für diese Menschen, die in diesem Land leben, ist der Zugereiste ein Fremder, er ist kein Einheimischer.

Wenn ein Mensch z.B. in der Vorzeit, vor 10 000Jahren auf eine Gruppe von Menschen stieß, so hatte er die Absicht, in diese Gruppe aufgenommen zu werden, aus Gründen des eigenen Überlebens. Er war für die Gruppenmitglieder ein Fremder, und somit gehörte er nicht zu dieser Gruppe. Es kam nun zu einer Entscheidung, entweder man nahm ihn auf oder man verjagte ihn, auch mit Gewalt.

Heute ist es auch nicht anders. Wenn ein Ausländer, so nennt man sie, zu uns in das Land kommt, ob jetzt als Arbeitnehmer oder Unternehmer, als Student oder Asylant, dann ist er zuerst ein Fremder, ein Ausländer. Wenn er sich nicht integriert, dann bleibt er weiterhin ein Ausländer, aber es kann auch sein, dass er nicht mehr ein Fremder ist, weil er Kontakt zu den Einheimischen bekommen hat, die in als Menschen akzeptieren.

Wieder zurück zu den Steppenvölker vor 2000 Jahren vor unserer Zeitrechnung. Es waren Nomandenvölker, die sich nur dann mit fremden Stämmen vermischten, um dem Inzest zu entgehen. Oft war es diesen Stämmen recht, wenn fremde Männer oder Frauen in die Sippe aufgenommen wurde.

Gut, man konnte als Fremder Pech haben, dem Säbel zum Opfer zu fallen, wenn man aus irgendwelchen Gründen keinen Zugang zu dem Stamm fand.

So ist es schon immer gewesen, dass bei der Aufnahme von Fremden die Antipathie oder die Sympathie eine entscheidene Rollen für die Aufnahme in der Gemeinschaft spielten.

Eine Fremdenfeindichkeit basiert auf eine gewisse Unsicherheit von Menschen gegenüber den Menschen, weil sich die Menschen fremd sind. Es kann sogar sein, die Eltern einem Kind gegenüber fremd sind oder das Kind den Eltern.

Also ist die Fremdenfeindlichkeit eine Verhaltensweise, die dem Menschen, aber auch den anderen Tierarten von der Evolution mitgegeben wurde. Es ist eine Art von Misstrauen, wenn ein Anderer in das heimatliche Revier einbricht, ob mit oder ohne Gewalt.

In unsere Zeit entsteht häufig die Fremdenfeindlichkeit durch Propagandan über ein anderes Volk oder über Menschen mit einer anderen Hautfarbe. Die Fremden werden als minderwertig bezeichnet und daraus entsteht auch schon der Akt der Ablehnung dieser Menschen, die aus diesem Volk oder dem entsprechenden Kulturkreis kommen.

Wenn man selbst ein Verlierer im Leben ist oder man bekommt das leben nicht so richtig in den Griff, dann sucht man einen Sündenbock, dem man alles in die Schuhe schieben kann, was man selbst verbockt hat oder nicht erreicht hat, denn immer sind die anderen Menschen schuld, wenn man arbeitslos oder nicht reich ist.

Wir in Deutschland haben die Fremdenfeindlichkeit, die dann in Hass gegen andere Menschen umgeschlagen, nur weil sie eine andere Religion hatten oder eine andere Meinung, oder in einer anderen Partei waren. Sie waren damals die Sündenböcke für den verlorenen Krieg (1914-1918) und die hohe Arbeitslosigkeit in Deutschland.

Auch heute haben die Rechtsradikalen wieder guten Zulauf, besonders in den neuen Bundesländer. Die in die rechtsradikalen Gruppierungen eintreten, haben keine Ahnung was die Nazis von 1933 bis 1945 veranstaltet hatten, aber auch schon einige Jahre vor 1933. Sie hören nur dümmliche Parolen einiger machtgieriger Menschen, die wahrscheinlich selbst nicht wissen, was sie von sich geben, aber es zeigt Wirkung auf die Zuhörer.

Hinter diesen Fremdenhassern stehen Gruppen, die wirklich rechtsradikal sind, aber sich nicht zeigen wollen, weil sie sonst an gesellschaftlichem Ansehen verlieren könnten.

Wir sind alle Fremde, sogar im eigenen Land, warum sollen wir andere Menschen hassen, die auch ein Recht auf Heimat und Leben haben.

„ich denke also bin ich“ und „ich weiss das ich nichts weiss“

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