Donnerstag, 15. Februar 2007

Wahrsagen

Was bedeutet der Begriff „Wahrsagen“eigentlich? Er bedeutet, man soll über etwas die Wahrheit sagen, und nicht etwas Fantasievolles, was nicht der Wahrheit entspricht.

Das Wahrsagen hat aber teilweise eine andere Bedeutung, d.h., es gibt Menschen, die wollen die Fähigkeit haben, die Zukunft eines anderen Menschen vorhersagen. Sie nennen sich Wahrsager, und arbeiten dabei mit vielen Mitteln.

Das eigentliche Wahrsagen ergibt aus den drei Wörtern „die Wahrheit sagen“ also vor dem Gericht als Zeuge oder bei Behörden, wenn man eine Aussage macht.

Aber das eigentliche Wahrsagen bezieht sich auf die Wahrsager, die schon dreitausend Jahre vor unserer Zeitrechnung tätig waren. Sie waren meist Priester und Vertreter einer Religion, und oft den Königen verbunden. Sie sagten dem Herrscher die Zukunft voraus, auch gaben sie Hinweise für die Bauern, wann sie säen und ernten sollten.

Diese Wahrsager beschäftigten sich mit der Astrologie, um aus der Konstellation der Sterne, etwas vorauszusagen. Ob wirklich etwas Sinnvolles aus dieser Wahrsagerei herausgekommen ist, wird wahl fraglich sein.

Die Wahrsager genossen bei dem Volk ein hohes Ansehen, auch bei manchen Königen, wenn diese beeinflussbar waren, ansonsten, sahen auch die Könige in dem Wahrsager ein Konkurrenten für den Thron.

Das Wahrsagen hat allgemein gesehen, eine außerordentliche Tradition, denn wer will nicht wissen, was ihm die Zukunft bringt. Ob es wahr ist oder nicht, das sei dahingestellt.

Bei Wahrsagen werden Karten, Glaskugeln, Kaffeesatz, Tierknochen usw.als Hilfsmittel eingesetzt, und jeder Wahrsager hat seine eigene Interpretation, aus den Hilfsmittels die Zukunft zu lesen.

Das Wahrsagen erzeugt im Gehirn des Menschen eine Illusion, dass das was man ihm für die Zukunft voraussagt, auch wahr ist.

Bei den früheren Königen ging es dem Wahrsager um den Kopf, d.h, er durfte nur das Vorhersagen, was dem König gefiel, er musste auf die nicht geäußerten Wünsche des Königs eingehen, sonst verlor er den Kopf.

Früher war das Wahrsagen eine Sache des Überlebens, heute nicht mehr, aber die Unwahrheit sie sagen, d.h., dem Besucher bezw.dem Kunden, das ist die Kunst des Wahrsagens. Man muß dem Kunden nur das Sagen, was er auch gerne hört.

Wenn der Kunde etwas Negatives z.B.den eigenen Tod erfahren will, so kommt es auf die Geschicklichkeit des Wahrsagers, das Ganze richtig zu formulieren.

Bei Wahrsagen gibt es zwei unterschiedliche Denkweisen, der Kunde, der überwiegend etwas ositives erfahren will, und der Wahrsager, der sich den Wünschen des Kunden richtet. Für den Wahrsager beginnt die Arbeit, einerseits Persönliches vom Kunden zu erfahren, und dieses Erfahrene richtig umzusetzen, um den Kunden zufrieden zu machen, damit er richtig löhnt.

Das Vorhergesagte muss sich der möglichen Wahrheit angleichen, um nicht als Schmozes angesehen zu werden.

Bei Wahrsagen muss sich der Wahrsager immer ein Hintertürchen aufhalten, um dadurch entwischen zu können, wenn es einmal mit dem Wahrsagen nicht so klappt.

Das Christentum predigt immer, die Wahheit zu sagen, aber die, die das Christentum vertreten sind keineVertreter der Wahrheit. Im Beichtstuhl verlangt der Priester die Sünden zu bekennen, also muss der Gläubige die Wahrheit sagen. In früheren Zeiten hat der Priester die Wahrheit ausgenutzt, um auf die Gläubigen Druck auszuüben, aber gleichzeitig werden die Schuldgefühle der Gläubigen geprägt.

Das Wahrsagen ist eine Illusion für ein Spiel zwischen den Menschen, und ich frage mich immer mehr, gibt es eigentliche eine Wahrheit, oder nur ein Wunsch des Menschen, der sich in dessen Gehirn abspielt.

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