Montag, 29. Januar 2007

Todesstrafe

Du sollst nicht töten“. Dieser Satz sollte ein Gebot für alle Menschen sein. Schriftlich und nachlesbar ist dieses Gebot im Alten Testament der Bibel, also ein Buch des hebräischen Glaubens.

Dieser Satz sagt sehr viel aus und beinhaltet die Sehnsucht der Menschen, endlich ohne Furcht vor einem gewaltsamen Tod leben zu können.

Doch die Wirklichkeit war und ist eine andere. Wie die Zukunft diesen Satz mit Inhalt erfüllt, das steht vermutlich in den Sternen.

Jemanden mit dem Tod zu bestrafen, war bei unseren Vorfahren immer zugegen. Bei einem Überfall einer Menschengruppen auf eine andere wurden die Männer zumeist getötet, die Frauen und Kinder wurden von den Sieger in deren Gruppe aufgenommen und meistens integriert. Man töte die Männer deshalb, weil sie eine aktuelle Gefahr für den Sieger waren.

Später, als die Gruppen Stämme oder Völker bilden, wurden Gesetze geschaffen, um ein reibungsloses Zusammenleben der Menschen in diesem Verband zu ermöglichen. Mit der Wahl von Anführern dieser Stämme und Völker bildete sich eine Gruppe, die die Macht über die Mitglieder des Volkes ausübten und willkürlich Gesetze schufen, die ihre Macht absicherten. Jetzt wurde eine Strafe als Gesetzt eingeführt, und das war die Todesstrafe. Jetzt wurde nicht nur Gesetzesbrecher mit dem Tode bestraft, auch missbillige Personen, die angeblich für die Mächtigen eine Gefahr darstellten.

Man machte damals schon gewisse Unterschiede zwischen Totschlag und Mord. Bei Totschlag genügte es nur, wenn der Verurteilte an die Hinterbliebenen des Opfers eine Entschädigung zahlte. Bei Mord wurde die Todesstrafe angewandt.

Aber die Merkmale für einen Mord änderten sich, aber auch die Vergehen und Verbrechen, die durch ein Todesurteil vollstreckt wurden. So konnte ein Diebstahl schon zu einem Todesurteil führen.

Im Mittelalter, zur Zeit der Hexenverbrennungen, konnte eine Frau sehr schnell zum Tode verurteilt werden, und damit zum Verbrennen auf dem Scheiterhaufen. Der Hintergrund für diese Todesurteile war einmal, der Ehemann wollte seine Frau loswerden, die aufkommende Ärzteschaft duldete nicht mehr die Heilkünste der weisen Frauen und die Kirche war frauenfeindlich, besonders die Priesterschaft stand wegen ihres Zölibats unter biologischem Druck.

Die jüngere Geschichte der Deutschen, das Dritte Reich, zeigt, wie die Todesstrafe missbraucht wurde. Selbst während des Krieges wurden schwangere Frauen zum Tode verurteilt, die nach einem Bombenangriff aus Not fremde Lebensmittel ansichnahmen. Die Prozesse waren im Dritten Reich waren schon so ausgerichtet, dass der Reichsanwalt (Staatsanwalt) in seinem Plädoyer die Todesstrafe forderte und der Rechtsanwalt nur müde forderte, Milde walten zu lassen.

Ein totalitäres System wird die Todesstrafe immer dafür benutzen, um politische Gegner zu vernichten. Aber auch in den demokratischen Staaten gibt immer noch die Todesstrafe, auch wenn sie teilweise nicht mehr als Strafe praktisch zur Geltung kommt.

Wenn eine Gesellschaft die Todesstrafe in das Gesetz miteinführt, dann zeigt diese Gesellschaft eine Schwäche im Umgang mit Verbrechen. Die Ursache, die zu Verbrechen führt, muss herausgefunden werden.

Wenn Menschen über Menschen urteilen, dann kommt es sehr häufig zu Fehlurteilen. Besonders in einem Prozess, auch wenn der Zeuge die Wahrheit sagen muss, also sich an Tatsachen halten muss, die er gesehen oder gehört hat, kommt es häufig zu Falschaussagen. Das liegt mehr an der Unfähigkeit des Menschen, Tatsachen nach längerer Zeit korrekt wiederzugeben.

Diese Situation schließt die Todesstrafe als Sanktionsmittel aus. Wenn ein sogenannter Täter getötet worden ist, dann kann man ihn nicht mehr lebendig machen, weil man später festgestellt hat, dass er unschuldig ist.

Keine Gesellschaft hat das Recht, einen Menschen zu töten, nur weil er Gesetze verletzt hat. Denn die Gesellschaft ist ein Kollektiv und damit stärker als das Individuum.

In der Erziehung müssen die Erziehenden dem Zuerziehenden in der Erziehung vorleben. Auch unsere Gesellschaft muss den Heranwachsenden Hilfe und Orientierung geben. Wenn das geschieht, dann müssen die Sanktionen bei Gesetzesbruch erzieherische Maßnahmen sein. Die Begriffe wie Reue und Sühne fallen dann weg, weil die Reue und Sühne nur für den Gesetzgeber wichtig sind, aber nicht für das Opfer. Das Opfer wartet auf ein Entschuldigung und Entschädigung durch den Täter. Der Gesetzgeber lässt dieses nicht zu, weil die Gesetze aus einer Zeit stammen, in der nur einer die Gesetze anordnete.


Keine Kommentare: