Dienstag, 30. Januar 2007

Krieg

„Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“. Wenn die Geschichte der Kriege in der Vergangenheit analysiert, so stimmt der oben angeführte Satz.

Krieg bedeutet immer eine Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Völkern oder politischen Systemen. Aber ist der Begriff „Krieg“ nur ein nur für eine Auseinandersetzung zwischen vielen Menschen gedacht?

Die Auseinandersetzung erfolgt auch zwischen zwei Menschen. Besonders markant ist die nachbarschaftliche Auseinandersetzung über den Zustand eines Zaunes oder über die Grundstückgrenze. Im Großen ist diese Auseinandersetzung auch über die gezogenen Grenzen. Wobei geht es eigentlich bei diesen Auseinandersetzungen?

Nehmen wir zwei Menschen, die eine Beziehung eingegangen sind. Sie leben zusammen in einer Wohnung. Zuerst ist eitler Sonnenschein, sie sprechen von Liebe, jedenfalls von dem, was sie als Liebe verstehen. Dann treten die ersten Spannungen auf, der Mann weiß sich nur so zu wehren, dass er zuschlägt, weil ihm die Worte fehlen. Hier hat der Krieg begonnen, jedenfalls sehbar, aber er hat schon vorher mit den Spannungen begonnen. Mit der gewaltätigen Aktion hat der Mann seine Macht demonstrieren wollen. Es geht hier um Macht über einen anderen Menschen.

In einer Stadt leben viele Jugendliche, die sich aus dem Schutzbedürfnis heraus, sich zu kleinen Gruppen zusammenschließen, sogenannte Gangs. Bedeutsam ist, dass sie in einem Territorium leben und dieses Territorium als ihr Zuhause betrachten. Mitglieder einer fremden Gruppen werden aus diesem Territorium verdrängt. Die Gruppen zeigen durch ihre Mitglieder Macht und demonstrieren diese Macht auch, indem sie die anderen Mitglieder durch Gewalt, verprügeln, auffordern, das Territorium zu verlassen. Fremde werden nicht geduldet und müssen mit Gewalt entfernt werden. Die Grundlage ist wieder Gewalt und deutet den Begriff „Krieg“ an.

In den Auseinadersetzungen, also Kriegen, geht es immer um einen Machtanspruch über ein Territorium, wirtschaftlichen Interessen oder um weltanschaulichen Ambitionen. Aber im grunde genommen geht es um persönliche Macht bezw., um die Machtinteressen eine Gruppe.

Das Aggressionspotential des Menschen bekommt jetzt seine Bedeutung in der Hinsicht, dass er Kriege führen muss, um seine Aggressionen abzubauen, das heißt, mit einem Erfolg abzubauen, also mit der Eroberung eines Gegenstandes.

Dieselbe Neigung zu Aggressionen hatten schon unsere Vorfahren gehabt. Da ging es um das Überleben. Zuerst wurden Tiere getötet, um Nahrung zu bekommen, möglicherweise wurden zur Nahrungsbeschaffung auch Artgenossen getötet (Kannibalismus). Ohne den Hang zu Aggressionen war eine Nahrungsbeschaffung nicht möglich.

Aber das Überleben bezog sich nicht nur auf den Einzelen, sondern auch auf die Gruppe, denn sie ganze Gruppe forderte jetzt, den Raum für sich zu beanspruchen. Das führte zwangsläufig zu einer Auseinandersetzung mit anderen Gruppen. Hier wurde die Grundlage zur Kriegsführung gelegt, auch die Motivation, Gebietsansprüche durch Gewalt zu lösen.

Wir Menschen sehen nur den gewalttätigen Akt, um ein Problem zu lösen, besonders die Männer haben ihre Schwierigkeiten, durch eine Kommunikation miteinander, die anstehenden Probleme gewaltlos und durch Einsicht zu lösen.

Wenn wir nicht wollen, dass die Gewalt betonten Auseinandersetzungen so weitergehen, dann müssen wir uns selbst kontrollieren, indem wir unser Aggressionspotential abbauen. Schaffen wir es nicht, dann wird sich die Spirale der Gewalt weiterdrehen.

So wie ich die Menschen kenne, und mich selbst, wird sich die Fähigkeit, Gewalt auszuüben, weiter entwickeln, und es wird auch weiterhin Gewalt geben.

Der Krieg hat auch in Zukunft seinen festen Platz im Verstand des Menschen, solange sich die Werte der Menschheit nicht ändern, ohne den Drang nach Macht und Reichtum.


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