Dienstag, 16. Januar 2007

Beteuerungen

Dieses Wort ist ein Begriff, der als solcher nur schwer zu erklären ist. Ich versuche einmal, meine Gedanken inhaltlich diesem Begriff einzupassen, um zu sehen, was dabei herauskommt.

Eigentlich beteuert man täglich irgendetwas, oder man hört Beteuerungen im der eigenen Wohnung, auf der Strasse oder in den Medien.

Der Mann oder auch die Ehefrau oder Freundin beteuern, wie stark die Liebe zueinander ist. Der Freund beteuert, das Treffen aus wichtigen Gründen vergessen zu haben, was nicht stimmt. Die Politiker beteuern, alles für das Wohl oder zum Wohl des Volkes zu tun.

Überwiegend ist das Wort „Beteuerung“ ein leeres Wort, um jetzt nicht krass zu sagen, es kommt der Lüge oder auch der Unwahrheit gleich.

Wenn ich etwas beteuer, dann will ich meinen Mitmenschen beruhigen. Der fällt auch darauf rein.

Ein markantes Beispiel für eine Beteuerung ist der kleine Satz: „ich liebe dich“, den ein Mann gegenüber seiner Partnerin ausspricht, wenn er aus irgendeinem Grunde bei ihr „gut Wetter“ machen will. Die Frauen spüren oft, dass etwas in der Luft liegt, aber was es ist, das wissen sie nicht so genau.

Ich liebe dich“, ist eine Beteuerung, die ein Mann sagt, und während er es sagt, an seine Geliebte denkt. Jetzt fragt man sich, liebt er seine Frau oder seine Geliebte. Ich finde es eigenartig, dass der Mann bei dieser Beteuerung zweigleisig denken kann, obwohl man genau weiss, das er das nicht kann.

Eine Frau, die ihrem Manne beteuert: „ich liebe dich“, meint es ernst, obwohl sie vielleicht gerade von ihrem Geliebten kommt. Die Frau liebt wirklich nur ihren angetrauten Ehemann, der Geliebte stellt nur ein emotionales Spielzeug dar.

Der Mann hingegen denkt bei seinen sexuellen Eskapaden nur daran, seine Gene auszubreiten, also ist er richtig triebgesteuert.

Weiter mit den lieben Beteuerungen. Wenn Frau und Mann vor den Altar der Eheschliessung treten, dann beteuern sie, sich zu lieben in guten und schlechten Tagen. Sieht man dann den Ehealltag, so kann man nur feststellen, die guten Tage beziehen sich auf den Mann und die schlechten Tage auf die Frau. Das ist ein echte Aufteilung im Sinne der Männer.

Liebe Leserinnen und liebe Leser jetzt werdet ihr euch fragen oder auch nicht, was meint der Komiker mit dem letzten Satz?

In den guten Tagen der Ehe, alles geht wunderschön nach den Vorstellungen des Mannes, füllt sich der Mann wohl an der Seite der Frau. Es dürfen keine Probleme in der Ehe auftreten.

Aber treten die Probleme auf, es werden Kinder geboren, für den Mann stellen Kinder, insbesondere die männlichen Kinder, eine Konkurrenz dar. Hier wird es noch nicht so schlimm, aber ist eines der Kinder behindert, dann gilt für den Mann, die Familie zu verlassen, weil die schlechten Tage einer Ehe nur für die Frau da sind. Es ist nur ein Beispiel, ein bisschen abstrakt, aber lassen wir es.

Der Mann hat bei der Eheschliessung beteuert, er wolle seine Frau in guten und schlechten Tagen lieben, was er nur in den guten Tagen getan hat.

Gehen wir mal weg von der Familie und Ehe und wenden uns den Politikern zu. Diese Politiker haben die unglaubliche Fähigkeit, ihren Wählern gegenüber zu beteuern, dass sie alles dafür tun werden, dem Volke zu dienen und den Wohlstand zu mehren. Hört sich gut an. Bloss werden die Politiker ihren eigenen Wohlstand mehren. Politiker beteuern auch dann ihre Unschuld, wenn sie Einnahmen haben und diese nicht angeben und nicht versteuern.

Beteuerungen sind wirklich nur noch für Belustigungen da. Wenn man es nicht ehrlich meint, dann sollte man lieber den Mund halten, aber ohne Beteuerungen wäre das Leben irgendwie farblos.

Ich selbst halte lieber meinen Mund, wenn ich etwas ernsthaft meine und lasse die Gefühle sprechen, die ich auch als Mann habe.

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