Mittwoch, 31. Januar 2007

Minni



Dein Lieblingssessel ist jetzt leer,

kein Schnurren deutet von Behagen,

kein Samtsgetrippel begrüsst mich mehr,

und niemand wird mein Schuhband jagen.


Kein Schmieren und kein Mauzgeschrei,

das sagt, wo bleibt nur mein Fresschen,

wo Spielzeug war und Katzenbrei,

ist jetzt ein einsam leeres Gässchen.


Dein bisschen Habe steht im Schrank,

ich weiss, du kommst nicht mehr zurück,

und ewig schulden wir dir Dank,

für Freude, Trost und Spass und Glück.


Von Gott hast du das Katzenrecht,

das dir nach irdischem Getümmel,

nach Sorgen, Zärtlichkeiten und Gefecht,

ein Kuschelplätzchen schafft im Himmel.


Zur Erinnerung an eine schöne Zeit.








Dienstag, 30. Januar 2007

Krieg

„Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“. Wenn die Geschichte der Kriege in der Vergangenheit analysiert, so stimmt der oben angeführte Satz.

Krieg bedeutet immer eine Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Völkern oder politischen Systemen. Aber ist der Begriff „Krieg“ nur ein nur für eine Auseinandersetzung zwischen vielen Menschen gedacht?

Die Auseinandersetzung erfolgt auch zwischen zwei Menschen. Besonders markant ist die nachbarschaftliche Auseinandersetzung über den Zustand eines Zaunes oder über die Grundstückgrenze. Im Großen ist diese Auseinandersetzung auch über die gezogenen Grenzen. Wobei geht es eigentlich bei diesen Auseinandersetzungen?

Nehmen wir zwei Menschen, die eine Beziehung eingegangen sind. Sie leben zusammen in einer Wohnung. Zuerst ist eitler Sonnenschein, sie sprechen von Liebe, jedenfalls von dem, was sie als Liebe verstehen. Dann treten die ersten Spannungen auf, der Mann weiß sich nur so zu wehren, dass er zuschlägt, weil ihm die Worte fehlen. Hier hat der Krieg begonnen, jedenfalls sehbar, aber er hat schon vorher mit den Spannungen begonnen. Mit der gewaltätigen Aktion hat der Mann seine Macht demonstrieren wollen. Es geht hier um Macht über einen anderen Menschen.

In einer Stadt leben viele Jugendliche, die sich aus dem Schutzbedürfnis heraus, sich zu kleinen Gruppen zusammenschließen, sogenannte Gangs. Bedeutsam ist, dass sie in einem Territorium leben und dieses Territorium als ihr Zuhause betrachten. Mitglieder einer fremden Gruppen werden aus diesem Territorium verdrängt. Die Gruppen zeigen durch ihre Mitglieder Macht und demonstrieren diese Macht auch, indem sie die anderen Mitglieder durch Gewalt, verprügeln, auffordern, das Territorium zu verlassen. Fremde werden nicht geduldet und müssen mit Gewalt entfernt werden. Die Grundlage ist wieder Gewalt und deutet den Begriff „Krieg“ an.

In den Auseinadersetzungen, also Kriegen, geht es immer um einen Machtanspruch über ein Territorium, wirtschaftlichen Interessen oder um weltanschaulichen Ambitionen. Aber im grunde genommen geht es um persönliche Macht bezw., um die Machtinteressen eine Gruppe.

Das Aggressionspotential des Menschen bekommt jetzt seine Bedeutung in der Hinsicht, dass er Kriege führen muss, um seine Aggressionen abzubauen, das heißt, mit einem Erfolg abzubauen, also mit der Eroberung eines Gegenstandes.

Dieselbe Neigung zu Aggressionen hatten schon unsere Vorfahren gehabt. Da ging es um das Überleben. Zuerst wurden Tiere getötet, um Nahrung zu bekommen, möglicherweise wurden zur Nahrungsbeschaffung auch Artgenossen getötet (Kannibalismus). Ohne den Hang zu Aggressionen war eine Nahrungsbeschaffung nicht möglich.

Aber das Überleben bezog sich nicht nur auf den Einzelen, sondern auch auf die Gruppe, denn sie ganze Gruppe forderte jetzt, den Raum für sich zu beanspruchen. Das führte zwangsläufig zu einer Auseinandersetzung mit anderen Gruppen. Hier wurde die Grundlage zur Kriegsführung gelegt, auch die Motivation, Gebietsansprüche durch Gewalt zu lösen.

Wir Menschen sehen nur den gewalttätigen Akt, um ein Problem zu lösen, besonders die Männer haben ihre Schwierigkeiten, durch eine Kommunikation miteinander, die anstehenden Probleme gewaltlos und durch Einsicht zu lösen.

Wenn wir nicht wollen, dass die Gewalt betonten Auseinandersetzungen so weitergehen, dann müssen wir uns selbst kontrollieren, indem wir unser Aggressionspotential abbauen. Schaffen wir es nicht, dann wird sich die Spirale der Gewalt weiterdrehen.

So wie ich die Menschen kenne, und mich selbst, wird sich die Fähigkeit, Gewalt auszuüben, weiter entwickeln, und es wird auch weiterhin Gewalt geben.

Der Krieg hat auch in Zukunft seinen festen Platz im Verstand des Menschen, solange sich die Werte der Menschheit nicht ändern, ohne den Drang nach Macht und Reichtum.


Montag, 29. Januar 2007

Todesstrafe

Du sollst nicht töten“. Dieser Satz sollte ein Gebot für alle Menschen sein. Schriftlich und nachlesbar ist dieses Gebot im Alten Testament der Bibel, also ein Buch des hebräischen Glaubens.

Dieser Satz sagt sehr viel aus und beinhaltet die Sehnsucht der Menschen, endlich ohne Furcht vor einem gewaltsamen Tod leben zu können.

Doch die Wirklichkeit war und ist eine andere. Wie die Zukunft diesen Satz mit Inhalt erfüllt, das steht vermutlich in den Sternen.

Jemanden mit dem Tod zu bestrafen, war bei unseren Vorfahren immer zugegen. Bei einem Überfall einer Menschengruppen auf eine andere wurden die Männer zumeist getötet, die Frauen und Kinder wurden von den Sieger in deren Gruppe aufgenommen und meistens integriert. Man töte die Männer deshalb, weil sie eine aktuelle Gefahr für den Sieger waren.

Später, als die Gruppen Stämme oder Völker bilden, wurden Gesetze geschaffen, um ein reibungsloses Zusammenleben der Menschen in diesem Verband zu ermöglichen. Mit der Wahl von Anführern dieser Stämme und Völker bildete sich eine Gruppe, die die Macht über die Mitglieder des Volkes ausübten und willkürlich Gesetze schufen, die ihre Macht absicherten. Jetzt wurde eine Strafe als Gesetzt eingeführt, und das war die Todesstrafe. Jetzt wurde nicht nur Gesetzesbrecher mit dem Tode bestraft, auch missbillige Personen, die angeblich für die Mächtigen eine Gefahr darstellten.

Man machte damals schon gewisse Unterschiede zwischen Totschlag und Mord. Bei Totschlag genügte es nur, wenn der Verurteilte an die Hinterbliebenen des Opfers eine Entschädigung zahlte. Bei Mord wurde die Todesstrafe angewandt.

Aber die Merkmale für einen Mord änderten sich, aber auch die Vergehen und Verbrechen, die durch ein Todesurteil vollstreckt wurden. So konnte ein Diebstahl schon zu einem Todesurteil führen.

Im Mittelalter, zur Zeit der Hexenverbrennungen, konnte eine Frau sehr schnell zum Tode verurteilt werden, und damit zum Verbrennen auf dem Scheiterhaufen. Der Hintergrund für diese Todesurteile war einmal, der Ehemann wollte seine Frau loswerden, die aufkommende Ärzteschaft duldete nicht mehr die Heilkünste der weisen Frauen und die Kirche war frauenfeindlich, besonders die Priesterschaft stand wegen ihres Zölibats unter biologischem Druck.

Die jüngere Geschichte der Deutschen, das Dritte Reich, zeigt, wie die Todesstrafe missbraucht wurde. Selbst während des Krieges wurden schwangere Frauen zum Tode verurteilt, die nach einem Bombenangriff aus Not fremde Lebensmittel ansichnahmen. Die Prozesse waren im Dritten Reich waren schon so ausgerichtet, dass der Reichsanwalt (Staatsanwalt) in seinem Plädoyer die Todesstrafe forderte und der Rechtsanwalt nur müde forderte, Milde walten zu lassen.

Ein totalitäres System wird die Todesstrafe immer dafür benutzen, um politische Gegner zu vernichten. Aber auch in den demokratischen Staaten gibt immer noch die Todesstrafe, auch wenn sie teilweise nicht mehr als Strafe praktisch zur Geltung kommt.

Wenn eine Gesellschaft die Todesstrafe in das Gesetz miteinführt, dann zeigt diese Gesellschaft eine Schwäche im Umgang mit Verbrechen. Die Ursache, die zu Verbrechen führt, muss herausgefunden werden.

Wenn Menschen über Menschen urteilen, dann kommt es sehr häufig zu Fehlurteilen. Besonders in einem Prozess, auch wenn der Zeuge die Wahrheit sagen muss, also sich an Tatsachen halten muss, die er gesehen oder gehört hat, kommt es häufig zu Falschaussagen. Das liegt mehr an der Unfähigkeit des Menschen, Tatsachen nach längerer Zeit korrekt wiederzugeben.

Diese Situation schließt die Todesstrafe als Sanktionsmittel aus. Wenn ein sogenannter Täter getötet worden ist, dann kann man ihn nicht mehr lebendig machen, weil man später festgestellt hat, dass er unschuldig ist.

Keine Gesellschaft hat das Recht, einen Menschen zu töten, nur weil er Gesetze verletzt hat. Denn die Gesellschaft ist ein Kollektiv und damit stärker als das Individuum.

In der Erziehung müssen die Erziehenden dem Zuerziehenden in der Erziehung vorleben. Auch unsere Gesellschaft muss den Heranwachsenden Hilfe und Orientierung geben. Wenn das geschieht, dann müssen die Sanktionen bei Gesetzesbruch erzieherische Maßnahmen sein. Die Begriffe wie Reue und Sühne fallen dann weg, weil die Reue und Sühne nur für den Gesetzgeber wichtig sind, aber nicht für das Opfer. Das Opfer wartet auf ein Entschuldigung und Entschädigung durch den Täter. Der Gesetzgeber lässt dieses nicht zu, weil die Gesetze aus einer Zeit stammen, in der nur einer die Gesetze anordnete.


Mittwoch, 24. Januar 2007

Menschen

Wir Menschen sind auch nur eine Tierart, biologisch gesehen, so wie die anderen Tierarten auch. Nur wir gaben uns selbst den Namen, aber auch allen anderen Wesen auf diesem Planeten. Die Evolution schuf uns als Mängelwesen, aber gab uns in der Entwicklung die Möglichkeit, Intelligenz zu entwickeln, um die Mängel auszugleichen.

Die Evolution liess uns die Zeit, uns zu einer dominanten Tierart zu entwickeln. Schon Tierarten vor uns entwickelten sich zu dominanten Tierarten, aber starben dann wieder aus. Uns wird es wahrscheinlich auch so ergehen, das ist die Evolution, eine Art zu erschaffen, die sich optimal an die Verhältnisse dieses Planeten anpasst.

Wenn wir uns richtig betrachten, so kann man sehr leicht feststellen, dass man wie jedes andere Tier, aus Trieben bestehen, die man Aggressionen nennt, die die Bedeutung haben, die Art zu erhalten, und das in jeder Art und Weise. Durch die Weitergabe unserer DNA schaffen wir Nachkommen, durch die Abwehr von Angriffen schützen wir unsere Nachkommen und durch die Jagd ernähren wir unsere Nachkommen.

Unsere Entwicklung als Mängelwesen, aber mit einer für dieses Leben angepasste Intelligenz, schufen wir uns Waffen, um uns wehren zu können, aber auch angreifen zu können. Wir schufen uns mit den Waffen einen verlängerten Arm, der genügte, um uns verteidigen und jagen zu können.

Wir entwickelten ein Sozialsystem, in dem wir Schutz vor den Gefahren der Umwelt suchten. Diese Entwicklung schuf uns die Familie, früher Gruppe, den Stamm, die Völker und Nationen. Aber gleichzeitig trat eine Entwicklung ein, die unseren Planeten gefährdete, siehe klimatische Veränderungen durch Treibhauseffekt.

So schufen wir unsere Götter selbst, den technischen Fortschritt und die Vernichtung anderer Wesen und Landschaften. Unsere Intelligenz verhindert es, mit der Natur und in ihr zu leben. Wir glauben daran, die Krone der Schöpfung zu sein, aber sind wir es wirklich?

Wir Menschen sind zwiespältige Wesen, die zwischen Realität und Illusion leben. Die anderen Tiere, so scheint es wenigstens, leben ihr Leben real, so wie es ihnen die Natur vorgegeben hat. Aber auch diese Tiere unterliegen der Entwicklung in der Evolution, sie stehen nicht abseits, nur wir Menschen betrachten alles so, als wenn nur wir im Mittelpunkt der Evolution stehen.

Wir fragen uns immer, woher kommen und wohin gehen wir. Eigentlich sind es zwei Fragen, die in enger Beziehung zu einander stehen. Doch wir können diese Fragen nicht beantworten, weil wir auf grund unseres Wissen dazu nicht in der Lage sind.

Oft wird über unsere Herkunft etwas gefaselt, aber Beweise gibt es nicht und die sogenannten Beweise lösen sich auf. Wohin wir gehen, das ist nicht beweisbar, obwohl es viele Hypothesen gibt.

Wir Menschen sind Phantasten und sind immer auf der Jagd nach Illusionen. Wir studieren unsere Verhaltensweisen und glauben, uns dadurch besser zu kennen und zu verstehen. In Wirklichkeit verstehen wir uns selbst nicht, und auch nicht unsere lieben Mitmenschen.

Wir sind Suchende, aber nach was wir suchen, das wissen wir nicht so genau. Unsere Vorfahren haben auch gesucht, aber sie wussten nach was sie suchten, nämlich nach Nahrung.

Die späteren Generationen suchten nach anderen Werten wie Macht und Reichtum, also sind wir doch noch Jäger und Sammler geblieben, und werden es auch noch bleiben.

Aber wenn der Mensch seine Illusionen und Hoffnung aufgibt, dann gibt er sich selbst auf.

Wo die Menschheit jetzt steht, wie lange sie diesen Planeten noch knechten wird, das steht buchstäblich in den Sternen.

Ich gebe der Menschheit nur wenig Chancen länger auf der Erde existent zu bleiben, als die Neandertaler.


Freitag, 19. Januar 2007

Steuergelder

Steuergelder kann man als eine Abgabe der einzelnen Bürger an den Staat, in dem sie sich aufhalten. Mit diesen Ausgaben werden die Ausgaben des Staates finanziert. Der Staat soll mit diesen Ausgaben das Personal des Staates bezahlen, die Ausgaben für die Sicherheit im Inneren des Staates finanzieren und für die Verteidigung des Staatsgebietes. Dazu kommen noch andere Aufgaben des Staates, die er finanzieren muss, um das Staatsgebilde am Leben zu erhalten.

Diese Abgaben nennt man Steuergelder, die aus dem Einkommen der Firmen, Versicher-ungen, der Bürger usw. stammen. Alle Gelder fliessen in einem Geldtopf, und aus diesem wird alles finanziert, was die einzelnen Ressorts benötigen.

In einer Diktatur fliessen die Steuergelder auch in einen Topf, aber meistens auf das Privatkonto des Diktator und seiner Anhänger, meistens Regierungsmitglieder. Polizei und Armee bekommen die meisten Gelder, denn die werden vom Diktator benötigt, um das Volk in Schach zu halten.

In einer Demokratie werden die Steuergelder für die Gemeinschaft ausgegeben. Ausserdem werden die Minister und Abgeordneten finanziert. Die Finanzierung der Abgeordneten soll verhindern, dass die Abgeordneten Firmen bezw. Konzernen finanziell abhängig werden, d.h. der Abgeordnete soll durch die Diäten unabhängig bleiben.


Wie sieht die Situation mit der Vergabe von Steuergeldern wirklich aus:

Über ein totalitär geführtes Staatswesen braucht man keine Worte verlieren, denn in einem derartigen Staat glänzt die Korruption in allen Bereichen.

Aber in einer Demokratie, in der ich schon seit einigen Jahren lebe, ist es etwas komplizierter mit der Vergabe von Steuergeldern, weil viele grosse und kleine Ressorts an der Verteilung der Gelder beteiligt sind. Ein wichtiger Faktor ist der Mensch im Kreis der der Ressorts, denn dieser Faktor birgt die Gefahren von Unsicherheit und kann nicht richtig eingeschätzt werden.

Was mir bei der Vergabe der Steuergelder auffällt, ist die Beteiligung der Abgeordneten, d.h. Sie bekommen Diäten für ihre Arbeit im Parlament und bei den Bürgern. Die Höhe der Diäten wird von den Abgeordneten selbst festgelegt und damit steigt das Risiko, dass die Diäten in der Gesamtsumme so ansteigen, das sie nicht mehr zu rechtfertigen sind.

Die Diäten für Abgeordnete sollten von einer unabhängigen Kommission festgelegt werden, damit die Diäten in einem richtigen Maß erhöht werden können.


Was mir auffällt, ist einerseits die Forderung der Regierung, nach höheren Steuern und die Verschwendung von Steuergeldern, durch sinnlose Vergabe von Regierungsaufträgen an die eigenen Parteimitglieder, damit die ihren Unterhalt sichern können,und die überzogene Forderung nach höheren Diäten durch die Abgeordneten, obwohl diese selten im Abgeordnetenhaus bei wichtigen Abstimmungen zugegen sind, besonders am Freitag.

Dann werden Dienstreisen der Abgeordneten genehmigt, bei denen die Ehefrauen der Abgeordneten zugegen sind, und das auf Kosten des Steuerzahlers.

Wenn es in der Staatskasse knapp wird, dann müssen die Bürger mehr Steuern abführen. Es wäre in diesem Falle angebracht, die Kosten für die Minister und Abgeordneten zu überprüfen, und dann, was auch wichtig wäre, die einzelenen Ressorts anzuweisen, das Geld am Jahresende nicht sinnlos rauszuschmeissen, sondern in die Staatskasse als Rücklage für das jeweilige Ressorts zurückzugeben.

Die Verwaltung von Steuergeldern ist im Prinzip einfach, wenn man nur den gesunden Verstand für das richtige Haushalten gebrauchen würde.

Mittwoch, 17. Januar 2007

Der Grenzstein

Es ist eine Geschichte, über die ich heute noch nachdenke, und die mir manchmal etwas komisch vorkommt.

Ich mochte etwa 12 Jahre alt gewesen sein, als ich an einem Septemberabend nach Hause ging. Auf meinem Weg musste ich an einem kleinen Wäldchen vorbei, und an diesem Wäldchen schlossen sich Felder und Wiesen an. Hier möchte ich noch darauf hinweisen, dass ich in Nordfriesland aufgewachsen bin.

Es war schon Dunkel, aber diese Dunkelheit machte mir nichts aus, ich pfiff auch keine Melodie. Als ich am Wäldchen vorbei war, schaute ich nach rechts zu der freien Fläche und sah, wie eine dunkle Gestalt an einem Wiesenrain hin- und herging. Natürlich blieb ich stehen, denn es war für mich ein amüsantes Schauspiel.

Mir fiel dann auf, dass die Gestalt einen Gegenstand auf der Schulter trug. Oh, dachte ich, da muss jemand nicht alle an der Lampe haben, aber jetzt bestimmte meine Neugier das kommende Geschehen.

Vorsichtig pirschte ich zum nächsten tieferen Graben, in dem kein Wasser war, und pirschte in diesem Graben in Richtung des Ortes, wo die Gestalt wanderte.

Bald hatte ich die richtige Stelle erreicht, von wo aus ich einen guten Überblick auf das ganze Geschehen hatte.

Jetzt erst sah ich, dass die Gestalt von der Statur her, ein Mann war, aber sein Gesicht konnte ich nicht sehen, es sah aus wie ein dunkler Fleck. Aber welchen Gegenstand er auf der Schulter trug, das war gut zu erkennen, einen alten Grenzstein.

Im Auf- und Ablaufen hörte ich immer Gemurmel, das von der Gestalt kam: „Wo soll ich den Stein hintun, wo soll ich den Stein hintun“.

Jetzt musste ich doch in Aktion treten, und als die Gestalt wieder auf meiner Höhe war, rief ich: „Tu ihn dahin, wo du ihn hergeholt hast“.

Doch was geschah. Ich hatte mich schon zum Abhauen bereit gemacht, aber, haltet euch fest, die Gestalt verschwand. Ich habe da vielleicht blöd geguckt. Gut, ich konnte leider nicht in den Spiegel gucken.

Ich bin nach Hause gegangen, aber hatte mir vorgenommen, in den nächsten Tagen der Sache auf den Grund zu gehen.

So kam ich mit Ingwer Andresen ins Gespräch, weil er sich in diesen Geschichten sehr gut auskannte. Und ich erzählt ihm das Erlebte.

Er erzählte mir dann:

Es sei der reiche Bauer Petersen gewesen, der vor 250 Jahren Grenzsteine versetzte, um zu mehr Ländereien zu kommen. Dabei sei er vom Kleinbauern Hansen erwischt worden, und der habe Petersen vor Gericht gebracht. Dort habe Petersen beteuert, dass er keine Grenzsteine versetzt habe, und habe einen Eid auf seine Aussage geschworen, so mit Kruzifix und brennenden Kerzen. Das Gericht habe Petersens Aussage als richtig bewertet, und der Kleinbauer Hansen habe die ganzen Gerichtskosten tragen müssen. Hansen habe alles verkaufen müssen und sei einige Jahre später verarmt gestorben. Vor seinem Tode habe er noch Petersen und den zuständigen Richter verflucht. Der Richter sei drei Monate später überfallen und grausam zerstückelt worden. Petersen habe jeden Abend einen Grenzstein an den Feldrainen entlangtragen müssen.

Dienstag, 16. Januar 2007

Beteuerungen

Dieses Wort ist ein Begriff, der als solcher nur schwer zu erklären ist. Ich versuche einmal, meine Gedanken inhaltlich diesem Begriff einzupassen, um zu sehen, was dabei herauskommt.

Eigentlich beteuert man täglich irgendetwas, oder man hört Beteuerungen im der eigenen Wohnung, auf der Strasse oder in den Medien.

Der Mann oder auch die Ehefrau oder Freundin beteuern, wie stark die Liebe zueinander ist. Der Freund beteuert, das Treffen aus wichtigen Gründen vergessen zu haben, was nicht stimmt. Die Politiker beteuern, alles für das Wohl oder zum Wohl des Volkes zu tun.

Überwiegend ist das Wort „Beteuerung“ ein leeres Wort, um jetzt nicht krass zu sagen, es kommt der Lüge oder auch der Unwahrheit gleich.

Wenn ich etwas beteuer, dann will ich meinen Mitmenschen beruhigen. Der fällt auch darauf rein.

Ein markantes Beispiel für eine Beteuerung ist der kleine Satz: „ich liebe dich“, den ein Mann gegenüber seiner Partnerin ausspricht, wenn er aus irgendeinem Grunde bei ihr „gut Wetter“ machen will. Die Frauen spüren oft, dass etwas in der Luft liegt, aber was es ist, das wissen sie nicht so genau.

Ich liebe dich“, ist eine Beteuerung, die ein Mann sagt, und während er es sagt, an seine Geliebte denkt. Jetzt fragt man sich, liebt er seine Frau oder seine Geliebte. Ich finde es eigenartig, dass der Mann bei dieser Beteuerung zweigleisig denken kann, obwohl man genau weiss, das er das nicht kann.

Eine Frau, die ihrem Manne beteuert: „ich liebe dich“, meint es ernst, obwohl sie vielleicht gerade von ihrem Geliebten kommt. Die Frau liebt wirklich nur ihren angetrauten Ehemann, der Geliebte stellt nur ein emotionales Spielzeug dar.

Der Mann hingegen denkt bei seinen sexuellen Eskapaden nur daran, seine Gene auszubreiten, also ist er richtig triebgesteuert.

Weiter mit den lieben Beteuerungen. Wenn Frau und Mann vor den Altar der Eheschliessung treten, dann beteuern sie, sich zu lieben in guten und schlechten Tagen. Sieht man dann den Ehealltag, so kann man nur feststellen, die guten Tage beziehen sich auf den Mann und die schlechten Tage auf die Frau. Das ist ein echte Aufteilung im Sinne der Männer.

Liebe Leserinnen und liebe Leser jetzt werdet ihr euch fragen oder auch nicht, was meint der Komiker mit dem letzten Satz?

In den guten Tagen der Ehe, alles geht wunderschön nach den Vorstellungen des Mannes, füllt sich der Mann wohl an der Seite der Frau. Es dürfen keine Probleme in der Ehe auftreten.

Aber treten die Probleme auf, es werden Kinder geboren, für den Mann stellen Kinder, insbesondere die männlichen Kinder, eine Konkurrenz dar. Hier wird es noch nicht so schlimm, aber ist eines der Kinder behindert, dann gilt für den Mann, die Familie zu verlassen, weil die schlechten Tage einer Ehe nur für die Frau da sind. Es ist nur ein Beispiel, ein bisschen abstrakt, aber lassen wir es.

Der Mann hat bei der Eheschliessung beteuert, er wolle seine Frau in guten und schlechten Tagen lieben, was er nur in den guten Tagen getan hat.

Gehen wir mal weg von der Familie und Ehe und wenden uns den Politikern zu. Diese Politiker haben die unglaubliche Fähigkeit, ihren Wählern gegenüber zu beteuern, dass sie alles dafür tun werden, dem Volke zu dienen und den Wohlstand zu mehren. Hört sich gut an. Bloss werden die Politiker ihren eigenen Wohlstand mehren. Politiker beteuern auch dann ihre Unschuld, wenn sie Einnahmen haben und diese nicht angeben und nicht versteuern.

Beteuerungen sind wirklich nur noch für Belustigungen da. Wenn man es nicht ehrlich meint, dann sollte man lieber den Mund halten, aber ohne Beteuerungen wäre das Leben irgendwie farblos.

Ich selbst halte lieber meinen Mund, wenn ich etwas ernsthaft meine und lasse die Gefühle sprechen, die ich auch als Mann habe.